Quelle: http://www.dasgeheimnis.de/web/andreas_brief_12.htm

Brief an Andreas Nr. 12

Vorzeichen der Wiederkunft Jesu

Briefe an Andreas

Jesus hatte seinen Jüngern bestimmte Vorzeichen genannt. Diese Zeichen sind sowohl Vorzeichen für den Untergang Jerusalems im Jahr 70 n. Chr. als auch Vorzeichen für die Wiederkunft Jesu und das Weltende.


Jesus über die Zeichen der Zeit Matthäus 24,3-14

„Seine Jünger … fragten: Sag uns, wann wir das geschehen (die Zerstörung des Tempels) und woran werden wir erkennen, dass du kommst und das Ende der Welt da ist? Jesus antwortete: Seid auf der Hut und lasst euch von niemand täuschen. Viele werden mit meinem Anspruch auftreten und behaupten: Ich bin Christus! Damit werden sie viele irreführen. Erschreckt nicht, wenn nah und fern Kriege ausbrechen. Es muss so kommen, aber das ist noch nicht das Ende. Ein Volk wird gegen das andere kämpfen, ein Staat den anderen angreifen. Es wird überall Hungersnöte (und Seuchen) und Erdbeben geben. Das alles ist erst der Anfang vom Ende – so wie der Beginn der Geburtswehen. Dann wird man euch ausliefern, euch quälen und töten.

Die ganze Welt wird euch hassen, weil ihr euch zu mir bekennt.

Wenn es soweit ist, werden viele vom Glauben abfallen und sich gegenseitig verraten und einander hassen. Zahlreiche falsche Propheten werden auftreten und viele von euch irreführen. Und weil das Böse überhand nimmt, wird die Liebe bei den meisten von euch erkalten. Wer aber bis zum Ende standhaft bleibt, wird gerettet. Zuvor wird die Gute Nachricht in der ganzen Welt verkündet werden, damit alle Menschen die Einladung in Gottes neue Welt hören. Dann erst kommt das Ende.“

Darf man überhaupt vom Weltende sprechen als aufgeklärter Mensch? Die Jünger fragten danach und Jesus bestätigte es. So fühlen wir uns ganz frei, vom Weltende zu sprechen. Allerdings wollen wir wie die Jünger Jesu immer gleichzeitig von der Wiederkunft und dem Weltende sprechen.

Eines wollen wir aber nicht tun – und die Siebenten-Tags-Adventisten haben es nie getan – wir wollen keinen Termin für dieses Ereignis errechnen, weil wir das weder können noch sollen.

Jesus hat seinen Zeitgenossen den Vorwurf gemacht, dass sie die Zeichen der Zeit nicht beachten. (Matth. 16,4) Das zeigt, dass er Wert darauf legt, dass wir sie beachten. Und er hat die Frage seiner Jünger nach den Zeichen seiner Wiederkunft ausführlich beantwortet. So wollen wir uns heute mit den Zeichen der Zeit beschäftigen. Da diese Zeichen für damals und für heute gelten, wollen wir – soweit wir die damaligen Sachverhalte kennen – zuerst kurz auf die Zeichen damals eingehen und dann von den Zeichen heute sprechen. Dabei ist das charakteristische der Endzeit-Zeichen das Globale, das Weltweite.


Welche Vorzeichen nannte Jesus?

  • Verführung
  • Kriege
  • Hunger, teure Zeit
  • Seuchen
  • Erdbeben
  • Christenverfolgungen
  • Gesetzlosigkeit
  • Weltmission



Zeichen: Verführung

Wie stand es damals, bevor Jerusalem unterging, mit Verführung? Viele gaben sich in jener Zeit als Messias aus. Wir wissen von einem Theudas und Judas aus Galiläa. Ebenso von einem Jonathan, Dositheus, Simon. Auch der Zelotenführer Menahem, der im Jahr 66 die römischen Truppen besiegte, wollte als messianischer Erlöser angesehen sein.

Die schlimmste Verfügung geschah eigentlich durch die religiösen Leiter jener Zeit. Ihre eigenen Auslegungen waren ihnen wichtiger als Gottes Wort. Die Juden hatten ursprünglich den wahren von Gott offenbarten Glauben. Sie waren Schritt für Schritt von Gottes Weg abgekommen. Sie gebrauchten die Worte der Bibel und verbanden einen anderen Inhalt damit.

Sie hatten Göttliches und Menschliches gemischt. Dies ist in seiner Auswirkung noch schlimmer, als die reine Unwahrheit. Ja, das Zeichen war erkennbar da vor 1900 Jahren.

Wie steht es heute mit dem schleichenden Wegführen von Gott und seinem Wort?

Die Verführung ist das Hauptzeichen der Endzeit. Jesus erwähnte nur dieses mehrfach. Wir haben einen schleichenden aber ungeheuer großen Abfall vom Glauben bis hinein in unsere Gemeinde. Viele sind heute verführt und meinen, es gibt keinen Gott. Wir haben heute eine weltweite Gottlosigkeit. Es gibt viele, die Gott leugnen. Es gibt viele, die sagen, dass sie nicht wissen, ob es einen Gott gibt. Dann gibt es viele, die von sich selbst meinen, an Gott zu glauben, jedoch im praktischen Leben so leben, als gäbe es ihn nicht.

Eine Erscheinungsform der Gottlosigkeit ist auch der Materialismus. Man hat alles. Man braucht Gott nicht.

Heute kennt man eine Gott-ist-tot-Theologie. Viele Geistliche und Gläubige glauben nicht mehr an den Gott, den uns das Wort Gottes zeigt. Die falschen Propheten haben auch Jesus verändert. Sie leugnen sein ewiges Gottsein und machen aus ihm ausschließlich einen Menschen. Sie verharmlosen auch die unheimliche Macht und das Wesen der Sünde.

Ich möchte hier auch die Ökumenische Bewegung erwähnen. Man hat die gute Absicht, die Christenheit zu einen, aber man lässt dabei Gottes Wahrheit außer acht.

Die moderne Theologie macht sich immer mehr breit, in der nicht Gottes Wort die Autorität ist, sondern wissenschaftliche Annahmen. Der menschliche Verstand wird dabei über die Bibel gestellt. An den Universitäten wird heute fast ausschließlich die moderne Theologie gelehrt. Sie hatte und hat entsprechende Auswirkungen. Die Bibel bezeichnet die Kirchen, die ein abgeändertes Evangelium verkündigen, als Babylon.

Dazu kann man heute bereits erkennen, dass sich eine Vermischung aus christlichem Glauben, Spiritismus und heidnischen Religionen anbahnt. Denken wir an Yoga, Transzendentale Meditation, Zen, New Age und vieles andere.

Eine Verführung, von der man eigentlich dachte, dass sie in unseren modernen Zeiten vorbei sei, feiert heute immer neue Triumphe. Ich meine damit alle Arten von geheimen Dingen, mit denen der Mensch glaubt, höhere Fähigkeiten zu entwickeln:

Okkultismus, Spiritismus, Esoterik: Diese Dinge haben sich wie eine Seuche ausgebreitet in den letzten Jahrzehnten. Sie sind auch in den kirchlichen Bereich eingedrungen. Ich denke hier an charismatische Erscheinungen wie „Toronto-Segen“, okkultes Heilen, auch die Zungenrede, die nicht Fremdsprachengabe ist.

Ein Verführer ist auch der Weltoptimismus. Einige meinen auch heute noch, der Fortschritt würde immer weitergehen. Durch die Technik sei alles machbar. Für die Nachteile unserer Entwicklung sind sie blind oder sie meinen, wenn wir uns anstrengen, bekommen wir alles wieder in den Griff. Man darf hier auch die Bewegung nennen, die Friede, Friede ruft, obwohl absolut kein Friede ist. (1. Thess. 5,3)

Verführer Selbstbetrug: Mancher deutet bei sich selbst den Willen Gottes um, um ihn nicht tun zu müssen. Beispiel:

Angenommen, ein Vater sagt zu seinem Kind: „Geh ins Bett!“, so weiß das Kind wohl, woran es ist. Wenn das Kind so handeln würde, wie mancher das im Glaubensbereich tut, dann könnte das Kind zu sich selbst sagen: „Der Vater sagt: Geh ins Bett. Er meint damit eigentlich, du bist müde. Er will nicht, dass ich müde bin. Ich kann über meine Müdigkeit auch hinwegkommen, indem ich spielen gehe. Also geh ich spielen. Dann habe ich dem Vater auch gefolgt.“ Das ist Selbst-Verführung. Viele praktizieren sie.

Das Ziel des Meisterverführers ist es, Menschen vom Vertrauen und Gehorsam gegen Gott abzubringen. Seine Methode können wir in 1. Mose Kapitel 3 studieren. Bei Eva und Adam gelang es ihm in einer Sache.

Bei vielen von uns heute ist er schon erheblich weiter gekommen, als uns nur in einer Sache zu verführen. Darf ich fragen, ob Du Dich dieser Angelegenheit stellen willst? Wollen wir das mit Gottes Hilfe ändern? Das Zeichen „Verführung“ feiert heute große Triumphe.


Zeichen: Kriege

Wie steht es mit dem Zeichen Kriege, Kriegsdrohungen und Erheben eines Volkes gegen das andere? Da hört man immer den Einwand: Kriege hat es schon immer gegeben. Das ist richtig! Wenn der Krieg also ein Zeichen sein soll, dann müssen wir neue, besondere und weltweite Entwicklungen haben. Dennoch möchte ich auch noch den Hinweis wagen: Ist nicht das Noch-Vorhandensein des Krieges allein schon ein Zeichen? Es dürfte doch eigentlich überhaupt keinen Krieg mehr geben bei so klugen Leuten, wie wir es sind. Der Humanismus hat die These verbreitet, wenn die Menschen alle Bildung haben, dann werden die Verbrechen zurückgehen. Also, dass es noch Kriege gibt, ist auch ein Zeichen.

Volk gegen Volk: Denken wir doch mal, wie es zuging in Ruanda, in dem sich die Hutu und Tutsi gegenseitig abgeschlachtet haben. Oder denken wir an Bosnier, Kroaten und Serben oder an Russen und Tschetschenen. Es sind Entwicklungen, die man nicht mehr für möglich gehalten hat. Denken wir auch an Nahost und die arabischen Länder.

Von Kriegsdrohungen können wir fast jeden Tag aktuell in den Medien hören.

In der Endzeit sind die Kriege durch ihre Steigerung und ihre weltweite Ausdehnung zum Zeichen der Wiederkunft Jesu geworden. Weltkriege blieben unserem Jahrhundert vorbehalten. Das gab es vorher nie. Die Opfer beider Weltkriege an Soldaten und Zivilbevölkerung schätzt man auf 120 Millionen Menschen. Seitdem sind in Kriegen schon wieder 25 Millionen umgekommen. Die Verluste an Menschen und Werten waren in diesen Weltkriegen entschieden höher als in allen Kriegen zuvor.

Wie sieht es mit der Waffenentwicklung aus? Wir haben heute Atomwaffen, bakterio­logische und chemische Waffen. Wir sind darüber im Bilde. Noch 1944 hätte man 100 Millionen 20-Zentner-Bomben gebraucht, um Frankreich zu zerstören. Heute genügt wahrscheinlich eine Gigatonnenbombe für die ganze Erde. Man kann heute ganze Länder bakteriologisch oder chemisch verseuchen, und zwar unsichtbar, geruchlos und geschmacklos.

Wie ist es mit den Rüstungsausgaben? Ich habe leider keine neuen Zahlen. Es sind jedoch astronomische Summen. Trotz Entspannung werden nach wie vor Riesensummen dafür ausgegeben. Dies ist mit eine Ursache, dass praktisch die ganze Welt finanziell konkursreif ist. Der Krieg in Afghanistan und im Irak kostet die USA Millionen pro Tag. Amerika hat mehr Schulden als alle anderen Länder zusammen. Die Militärflugzeuge, Panzer, Schiffe, Kanonen bringen nicht nur nichts ein, sondern sie kosten ja zum laufenden Unterhalt auch noch immenses Geld. Es wurden nie solche Unsummen für Rüstung ausgegeben wie im 20. und 21. Jahrhundert.

Das Zeichen „Kriege“ ist leider voll da.


Zeichen: Hunger, Teure Zeit

Wie war es damals?

Die Bibel berichtet in Apg. 11,28 und die Geschichte bestätigt es:

„Agabus sagte mit Hilfe des heiligen Geistes eine große Hungersnot in der ganzen Welt voraus, wie sie dann unter der Regierung des Kaisers Klaudius eintraf.“

Das Zeichen war damals da. Wie sieht es heute aus?

Das 20. Jahrhundert wird in die Geschichte eingehen als das Zeitalter der größten Hungersnöte. Es gab viele Hungertote während der beiden Weltkriege. 1921/22 gab es in Russland und China zusammen 38 Millionen Hungertote. Der berühmte Polarforscher Dr. Nansen aus Norwegen war damals Leiter der Hilfsaktion für Russland. Er schrieb, dass diese Hungersnot „ohne Zweifel die schrecklichste war, die je in der Geschichte der Menschheit bekannt geworden ist“. Die Grausamkeit des Hungers war so groß, dass in weiten Gebieten Menschenfresserei herrschte. 1928-30 sind dann in Russland und China erneut viele Millionen an Hunger gestorben. Denken wir an die Hungersnöte in der Sahelzone und am Horn von Afrika.

Heute lebt ein Drittel der Menschheit im Überfluss, ein Drittel hat gerade das Nötigste und ein Drittel hungert.

Während es in den Hungerländern 500 Millionen Kinder bis 15 Jahre gibt, die niemals Milch getrunken, niemals einen Schuh am Fuß gehabt und niemals ein Medikament bekommen haben, werden bei uns jeden Tag etwa 300.000 Pausenbrote von den Schülern weggeworfen. Wissen wir, dass jeden Tag in der Welt 40.000 Säuglinge sterben, weil ihre Mütter ihnen nichts zu essen geben können? In Indien leben viele Menschen auf der Straße. Sie durchsuchen die Mülltonnen nach etwas Essbarem. Sie schlafen auf einer Zeitung am Straßenrand. Morgens kommt dann die Müllkolonne. Jeder, der noch daliegt, bekommt einen Tritt. Wenn er sich nicht mehr rührt, ist er gestorben und kommt auf den Müllwagen.

Warum haben wir eigentlich teure Zeit?

Ich komme noch mal auf die Rüstung zurück. Im 2. Weltkrieg kostete ein Panzer ungefähr 500.000,– RM. Um aus ihm einen Schrotthaufen zu machen, war eine Granate nötig, die 37.50 RM kostete. Man konnte also mit 37.50 RM eine halbe Million kaputt machen. Das geschieht heute noch in weit größerem Stil. Vielfach braucht man zu dieser Verschrottung noch nicht einmal Granaten. Die teuren Kriegsgeräte sind plötzlich veraltet, überholt. Milliardenwerte! Das ist genauso, wie wenn wir unsere Ersparnisse zum Fenster hinauswerfen. – Leider gibt es noch mehr Gründe, die zur Teuerung beitragen.

Dann muss man sagen, dass wir über unsere Verhältnisse leben. Das Ergebnis ist schleichende Inflation. Die Deutsche Mark hatte 50 Jahre nach ihrer Einführung nur noch einen Wert von 10 Pfennig. Mit dem Euro geht es ähnlich. Die Inflation ist eine Folge davon, dass wir immer mehr wollen. Die Bibel sagt über den Egoismus der Endzeit voraus in 2. Tim. 3,1-4:

„Wenn das Ende der Welt vor der Tür steht, wird es schwere Zeiten geben. Dann werden die Menschen selbstsüchtig, geldgierig, prahlerisch und eingebildet sein. Sie werden ihre Mitmenschen beleidigen, ihren Eltern nicht gehorchen und vor nichts mehr Ehrfurcht haben. Sie sind undankbar, lieblos und unversöhnlich, verleumderisch, unbeherrscht und gewalttätig, sie hassen das Gute, sind untreu und unzuverlässig und aufgeblasen vor Überheblichkeit.“

Man muss hier auch an die Spannungen denken zwischen Kapital und Arbeit. Einerseits ein ungeheurer Reichtum, andererseits eine große Armut. Darüber macht Jakobus 5,1-6 wichtige Voraussagen:

„Hört zu, ihr Reichen! Weint und jammert über das Elend, das auf euch zukommt! … Ihr habt in den letzten Tagen der Welt Reichtümer angehäuft. Ihr habt den Männern, die auf euren Feldern gearbeitet haben, den verdienten Lohn vorenthalten. Das schreit zum Himmel!“

Das trifft natürlich für die einzelnen Länder der Welt in unterschiedlichem Maß zu

. Wie steht es mit dem Zeichen: „Hunger, teure Zeit“? Das Zeichen ist ganz klar vorhanden.


Zeichen: Seuchen

Wie es damals mit diesem Zeichen stand, ist mir nicht bekannt. Wie steht es heute mit Seuchen und der Verseuchung der Erde? Nach dem 1. Weltkrieg ging die Influenza um die Welt und andere Epidemien mit 40 Millionen Toten. Heute ist es höchst erstaunlich, dass alte Seuchen zurückkehren, z.B. die Cholera in Südamerika. Seuchen entstehend meist durch tierische Produkte. An die Krebserkrankungen haben wir uns fast schon gewöhnt. Die letzten Jahre hat AIDS die Menschheit aufgeschreckt. Und sie breitet sich immer mehr aus. Sie bedroht ganze Völker. Plötzlich verfallen viele Menschen der Alzheimer-Krankheit. Andere einem Burnout.

In den letzten Jahren und Tagen ist viel vom Rinderwahnsinn die Rede. Wir kennen plötzlich ganz neue Ausdrücke: CJK, d. h. Creutzfeld-Jakob-Krankheit. Der Mensch führt durch seine Habsucht einen Ausbeutungs-Krieg gegen die Tiere. Dadurch werden sie krank. Das kommt dann über die Ernährung auf den Menschen zurück. Ich denke, man darf hier auch die seuchenartige Ausbreitung der Suchtkrankheiten erwähnen.

Die Seuchen hängen aber auch mit der Verseuchung von Wasser und Luft zusammen. Wir haben es fertig gebracht durch die Chemie, durch unsere Autos, unseren hohen Energiebedarf und unseren modernen Lebensstil in einer Generation die Erde an den Rand des Ruins zu bringen.

Wissenschaftlicher sagen, selbst wenn man sofort mit allem Verkehrten aufhören könnte, wäre die Erde nicht mehr zu retten. Wissenschaftlich vermag ich solche Aussagen nicht nachzuprüfen.

Aber Gottes Wort bestätigt, dass sie Recht haben. Jesaja 51,6 sagt:

„Blickt zum Himmel empor: er wird sich auflösen wie Rauch. Blickt auf die Erde unter euren Füßen: sie wird zerfallen wie ein altes Kleid, und ihre Bewohner sterben dahin wie Fliegen.“

In der Offenbarung wird in Kap. 11,18 gesagt:

„Nun ist die Zeit der Bestrafung für alle, die die Erde zugrunde richten. Jetzt werden sie selbst zugrunde gerichtet.“

Wir haben ungeheure Umwälzungen in der Ökologie der Erde. Die Zahl der Menschen hat sich innerhalb von 3-4 Jahrzehnten um zwei Milliarden vergrößert. Durch den wachsenden Fleischkonsum in der westlichen Welt ist eine erheblich größere Tierhaltung nötig. Holland hat z. B. 5 Millionen Kühe und 14 Millionen Schweine. Man weiß nicht mehr wohin mit dem Mist. Die Tiere werden schnell gemästet und dabei mit Hormonen und Antibiotika behandelt. Die verendeten Tiere wurden teilweise verarbeitet und in das Tierfutter hineingetan.

Damit man große Viehherden halten kann, werden die Regenwälder der Erde abgebrannt mit einem Tempo von 20 Hektar pro Minute. Das heißt, es gehen jedes Jahr Waldflächen zugrunde, die der Größe von Dänemark, Holland und Belgien zusammen entsprechen. Das verursacht eine starke Abnahme von Sauerstoff. Dabei verbraucht z.B. Deutschland pro Jahr 500 Millionen Tonnen Sauerstoff, aber unsere Grünflächen können nur etwa 30 Millionen Tonnen produzieren. Eine schwere Schädigung der Wälder in der ganzen Welt wird verursacht durch den sauren Regen. Dieser kommt wieder durch die Überlastung der Atmosphäre mit unseren Giftgasen. Je nach verwendeter Energie liegen die Abgase bei bis zu 21%. Die geringsten Abgase mit 4% hat die Atomenergie. Aber da sind andere gewaltige Probleme. Bei uns sind über die Hälfte der Wälder geschädigt, in der ehemaligen Sowjetunion 60-80%. Die Sauerstofferzeugung sinkt dadurch. Durch Veränderungen in der Atmosphäre, die mit der Verschmutzung zusammenhängt, erhöhen sich die Windgeschwindigkeiten laufend.

In einem Zyklon in Bangladesh sind 37.000 Menschen ums Leben gekommen. Dazu kommen durch den Treibhaus-Effekt auch Klimaverschiebungen mit allen ihren Folgen. Es wird immer schlimmer mit der Erde. Was das immer größer werdende Ozonloch noch für Folgen hat, werden wir merken. Durch diese Umstände und andere Fehler wie Monokulturen gehen riesige Süßwasserreservoire ein, z. B. der Aralsee und der Tschadsee. Es entsteht Mangel an Trinkwasser und in vielen Gebieten gibt es kein gesundes Wasser mehr.

Es gehen ungeheure Mengen an Schmutz, Chemikalien, Fäkalien ins Wasser. Die Flüsse und Meere sind verseucht. Es gehen täglich einige tausend Delphine ein. Andere Fische werden immer größer und krank. Die versenkten Giftgasbehälter vom letzten Krieg rosten vor sich hin. Verklappung von Chemikalien, Tankerunfälle, ungeklärte Abwässer tun ein Übriges. Das ist heute weltweit. Die Giftstoffe konzentrieren sich immer mehr in der Nahrungsmittelkette. Vom heute verbotenen DDT wissen wir, dass es sich bis zum 750.000-fachen konzentriert. Daher ist Fleischkonsum heute viel gefährdender wie die pflanzliche Ernährung.

Die Bibel sagt: Die Erde veraltet wie ein Kleid. Die Menschen verderben sie. Die wissenschaftliche Welt ist sehr pessimistisch, und zwar mit vollem Recht. Die Einzigen, die eine begründete Hoffnung haben, sind diejenigen, die dem vertrauen, der gesagt hat:

Ich werde zurückkommen und euch zu mir nehmen. (Joh. 14,3)

Derselbe hat gesagt:

Ich mache alles neu. (Offenbarung 21,5)

Das Zeichen „Seuchen und Verseuchung“ macht sich in einer dramatischen Weise bemerkbar. Werden wir unseren Mitmenschen von der Hoffnung auf die neue Erde sagen?


Zeichen: Erdbeben

Wie sah es damals aus vor der Zerstörung Jerusalems?

Es wird eine rege Erdbebentätigkeit berichtet: Erdbeben auf Kreta, Philostratus, Smyrna, Milet, Chios, Samos, Rom, Kolossä.

Die Städte Laodicea und Hieropolis gingen durch Erdbeben unter. Besonders bekannt ist der Untergang von Pompeji im Jahre 63 n. Chr.

Wie steht es heute?

Auch hier hört gelegentlich den Einwand: Erdbeben hat es schon immer gegeben. Richtig! Wenn es also ein besonderes Zeichen sein soll, dann muss sich auf diesem Gebiet auch Besonderes tun. Die Erdbebenstatistik zeigt eine erhebliche Zunahme. Hat das nur mit unseren besseren Messinstrumenten zu tun? Wenn diese Instrumente vor Jahren in zehn Minuten vielleicht 2-3 Bewegungen hatten, dann haben sie heute in dieser Zeit hunderte. Schwere Erdbeben wurden zu allen Zeiten wahrgenommen. In 1100 Jahren, von 800 – 1900, gab es 9 schwere Erdbeben. Im 20. Jahrhundert gab es 15 schwere Erdbeben. Das ist etwa das Vierzigfache.

Dazu kommt aber noch etwas ganz anderes, das uns Staunen lässt. Die Menschheit löst heute vermutlich selber Erdbeben aus. Die Geologen sagen, dass dies so sei, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit. Wie geht das vor sich? Es ist eine Folge von riesigen künstlich angelegten Stauseen. Man weiß, dass Staudämme schon tausende von Erdbeben ausgelöst haben bis zur Stärke von 6,4. – Und was bewirken unterirdische Atombombenexplosionen?

Darf ich die Naturkatastrophen gerade noch stichwortartig anfügen: Vulkanausbrüche, extreme Trockenheit und andererseits Sintflut – es gibt Gebiete, wo man schon pro Tag fast zwei Meter Niederschläge pro Quadratmeter hatte –, Stürme aller Art usw. Auch dieses Zeichen spricht eine deutliche Sprache. Wir kennen ganz neue Ausdrücke z. B. Tsunami.


Zeichen: Christenverfolgung

Wie war es mit diesem Zeichen vor dem Untergang Jerusalems? Die große mächtige Kirche jener Zeit hatte es fertig gebracht, Jesus ans Kreuz zu bringen, angeblich weil er Gott gelästert hat. Sie behaupteten im Namen Gottes zu handeln.

Sie beschuldigen Jesus, dass er das Volk lehre „die Vorschriften der Vorfahren zu übertreten“. Sie beschuldigten ihn also die Tradition nicht zu beachten. Jesus antwortete ihnen:

„Gottes Gebot schiebt ihr zur Seite, aber an den Vorschriften von Menschen haltet ihr fest.“ (Markus 7,8)

Sie haben dann die Römer, die Staatsmacht, bewegen können, Jesus umzubringen. Die Apostel und die urchristliche Gemeinde wurden von der Kirche blutig verfolgt und als Sektierer bezeichnet.

Der andere Verfolger damals war der Staat. Ich denke es genügt, wenn ich einen Namen nenne: Nero. Die Gemeinde erduldete eine grausame und blutige Verfolgung unter diesem römischen Kaiser. Nero starb kurz vor dem Untergang Jerusalems. Warum verfolgte der Staat die Christen, obwohl sie die besten Staatsbürger waren? Weil es für Christen dem Staat gegenüber eine Grenze gab und gibt. Sie lautet:

Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen. (Apg. 5,29)

Der dritte Verfolger waren die falschen Brüder. Jesus sagte in Matth. 24,10:

„Wenn es soweit ist, werden viele vom Glauben abfallen und sich gegenseitig verraten und einander hassen.“

Christen, die nicht treu im Glauben waren, verrieten und hassten ihre Glaubensgeschwister.

Die Verfolgung damals war also von drei Seiten: von der großen Kirche, vom Staat und von falschen Brüdern.

Wie steht es in unserer Zeit mit Verfolgung? Das 20. Jahrhundert wird in die Geschichte eingehen als das Jahrhundert der größten Christenverfolgungen. Denken wir an China, Sowjetunion, Sudan, Kolumbien und Spanien vor 30 Jahren, und viele andere Länder. Auch aus den wenigen Jahren des 21. Jahrhunderts gibt es genügend erschreckende Beispiele.


Zeichen: Gesetzlosigkeit

Das Zunehmen der Gesetzlosigkeit im Großen wie im Kleinen ist ein Zeichen der letzten Zeit, das in der gewaltigen Zunahme der Verbrechen zum Ausdruck kommt.

Es gibt Wirtschaftszweige, ja sogar Staaten, die zu einem erheblichen Grad vom organisierten Verbrechertum beherrscht werden. Denken wir an die Mafia in Italien, Russland und China. Der Präsident des Bundeskriminalamtes sagte schon vor Jahren über den Diebstahl in Deutschland: "Diebstahl ist bei uns zu einem Volkssport geworden". Durch die hohe weltweite Arbeitslosigkeit wird das auch nicht besser werden. Das rasche Bevölkerungswachstum trägt ebenfalls zum Anwachsen der Gesetzlosigkeit bei. Die Städte der Welt wachsen doppelt so schnell wie die Landgebiete; sie sind auch die Hauptverbrechensgebiete.

Wir wollen hier auch an die immer stärker werdende Korruption denken. Ein hoher Justizbeamter in Deutschland sagte letztes Jahr: „Früher hatten wir schwarze Schafe. Heute sind es Herden.“


Zeichen: Weltmission

Bis jetzt haben wir nur über negative Entwicklungen gesprochen. Von diesen sagte Jesus:

„Das alles ist erst der Anfang vom Ende – so wie der Beginn der Geburtswehen.“

Wir befinden uns also in Bezug auf die Wiederkunft Jesu – im Bild gesprochen – zwischen dem Beginn der Wehen und der Geburt. Die Geburt ist also schon eingeleitet.

Nun kommt das wichtigste Zeichen des Endes. Es ist das einzige positive: „Zuvor wird die Gute Nachricht in der ganzen Welt verkündet werden, damit alle Menschen die Einladung in Gottes neue Welt hören. Dann erst kommt das Ende.“ (Matth. 24,14)

Genau heißt es: Und dieses Evangelium oder diese Gute Nachricht, d. h. es wird das wahre, unveränderte und unverfälschte Evangelium verkündigt werden, das Jesus Christus verkündigt hat. Offenbarung 14,6 nennt es ein ewiges Evangelium, d. h. das wahre Evangelium wird niemals seine Gültigkeit verlieren.

Dieser Text ist ein Versprechen Jesu, dass in der Endzeit, als ein Vorzeichen der Wiederkunft Jesu, das Evangelium in der ganzen Welt verbreitet wird. Das geschieht jetzt und wird sich noch verstärken.

Wie steht es mit dem Zeichen „Weltmission“? Wie stand es damals vor dem Untergang Jerusalems? Die Urchristen schafften es tatsächlich in ihrer Generation der damaligen Welt mit ihrer viel kleineren Bevölkerung, das Evangelium zu bringen. So wird es im Wort Gottes bezeugt durch den Apostel Paulus in Kolosser 1,6:

„Diese Gute Nachricht ist nicht nur bei euch, sondern in der ganzen Welt bekannt.“

Vers 23: „Der ganzen Welt ist dies Gute Nachricht verkündet worden.“

Soweit ich es übersehe, ist dies seit der urchristlichen Zeit niemals mehr erreicht worden. Es wird aber durch Gottes Gnade und Hilfe erreicht in der Endzeit. Die Verkündigung des Evangeliums an alle Bewohner der Erde, allen Völkern und Nationen, den Menschen aller Sprachen, das ist unser Auftrag. Er wird erfüllt werden, weil Jesus es gesagt hat und weil der, der alle Macht im Himmel und auf Erden hat, darüber wacht.

Wie steht es mit dem Zeichen Weltmission heute? Wir können hier einige markante Punkte erkennen: Man kann sagen, dass etwa 1960 in den Kirchen der sogenannte Laie wieder entdeckt wurde. Vor diesem Zeitpunkt waren auch die meisten Freikirchen Pastorenkirchen geworden. Dann kam aber die Rückkehr zum biblischen Sachverhalt. Überall dort auf der Welt, wo heute das Evangelium entschieden vorwärts geht, sind die Gemeindeglieder beteiligt. Das ist ein Markstein.

Etwa 1989/90 setzte sich eine neue Betrachtungsweise der Weltmission durch. Bis dahin rechnete man so: Die Welt hat etwa 230 Länder. In gut 200 Ländern gibt es schon Christen. Die 30 nicht erreichten Länder sind kleine Länder. Also, wir sind schon weit.

Dann setzte sich eine neue Betrachtungsweise durch. Man teilte die Welt ein in lauter Gebiete von jeweils einer Million Menschen. Dabei stellten wir als Siebenten-Tags-Adventisten 1990 fest, dass wir in 2300 Gebieten á eine Million Menschen noch keine Gemeinden haben. Wir setzten uns dann das Ziel, mit Gottes Hilfe in allen diesen unbetretenen Gebieten Gemeinden zu gründen. Wir sind damit inzwischen gut vorwärts gekommen. Wir nennen diese Planung Globale Mission. Tatsächlich haben etwa 450 Kirchen und Missionswerke Planungen, die ganze Welt mit dem Evangelium zu erreichen. 250 dieser Pläne sollen in Durchführung begriffen sein. In unserer Freikirche ist inzwischen die Hälfte dieser Gebiete in Angriff genommen worden. Wir haben im Augenblick 22.700 Front-Missionare in unbetretenen Gebieten. Die meisten von ihnen sind Laien, die auf eigene Kosten oder mit einem ganz kleinen Zuschuss diesen Dienst tun. Es ist ein ungeheurer Bedarf an Missionaren. Es müssen jedes Jahr noch Tausende ausgesandt werden.

Wir dürfen für unseren Missionsauftrag auch alle modernen technischen Möglichkeiten benützen: Missionsflugzeuge, Missionsschiffe, Radio, Fernsehen, Satelliten, Ton- und Videokassetten, CDs, Bibelfernkurse, Literaturverbreitung wie Flugblätter, Zeitschriften, Bücher, Anzeigen, Computer, Fax, E-Mail, Internet, persönliche Evangelisation von Mensch zu Mensch, Hauskreise, Seminare und Großevangelisationen, ärztliche Mission, Entwicklungs- und Katastrophenhilfe. Im Augenblick sehen wir, dass die moderne Technik in immer größerem Maße für das Evangelium eingesetzt wird und auch, dass erneut Tausende in die Mission hinausgehen. Außerdem, dass auch in der Heimat viele erweckt werden, dem Herrn mit ihren Gaben zu dienen.

Um 1800 wurde begonnen mit der Gründung von Bibelgesellschaften zur Verbreitung des Wortes Gottes. Die Bibelgesellschaften haben eine enorme Entwicklung erfahren. Das Wort Gottes steht heute ganz oder in Teilen in weit über 2.000 Sprachen zur Verfügung. Weitere Sprachen folgen.


Die Probleme sind unlösbar

Der frühere Generalsekretär der Vereinten Nationen, U Thant, sagte an Neujahr 1970: „Wenn wir die Probleme der Menschheit in diesem Jahrzehnt nicht lösen, dann sind sie unlösbar geworden. Folgende Probleme sind nicht gelöst: Krieg, Hunger, Verbrechertum, Süchte, Umweltschäden, Rassenhass, Inflation, Sexualisierung, Neurotisierung, Radikalisierung, Korruption, Bevölkerungsexplosion, Energielücke, Bodenerosion, Radioaktivität, Atommüll, Seuchen, usw. Kaum jemand wagt es, sich dem ganzen Umfang der Tatschen zu stellen.“


Der Erlöser kommt

In Griechenland gab es den berühmten „gordischen Knoten“. Die Sage lautete: Wer diesen Knoten lösen kann, dem wird die Weltherrschaft zufallen. Eines Tages kam Alexander der Große dorthin. Er zerschlug den komplizierten Knoten mit seinem Schwert. Der gordische Knoten war ein Kinderspiel gegen die Probleme unserer Zeit. Die Bibel zeigt uns aber: Es gibt einen, der den Knoten der Weltprobleme lösen wird, und ihm wird die Weltherrschaft zufallen: Jesus Christus. Er sagte nach der Darlegung über die Vorzeichen seines Kommens:

„… wenn ihr alle diese Dinge kommen seht: Dann wisst ihr, dass das Ende unmittelbar bevorsteht.“ (Matthäus 24,33)


Wende oder Ende?

Stehen wir vor der großen Wende oder sind wir bald am Ende? Diese Frage ist falsch. Die große Wende und das Weltende kommen beide. Und zwar gleichzeitig. Ob für uns das eine oder das andere kommt, entscheiden wir selbst. Die letzte Gnadeneinladung Gottes wird machtvoll verkündigt. Bald wird sie alle erreicht haben und unser Herr Jesus wird erscheinen in Macht und Herrlichkeit.

Lieber Andreas! Du beobachtest sicher die Zeichen der Zeit in Zukunft noch mit anderen Augen. Ich wünsche Dir Gottes Segen und verbleibe mit herzlichen Grüßen

Helmut