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Daniel 7

Dieses Kapitel handelt genau wie Daniel 2 vom Ablauf der Weltreiche bis zur Wiederkunft Jesu. Der Schwerpunkt in diesem Kapitel liegt auf der mittelalterlichen Verfolgermacht. Die verschiedenen Weltreiche werden als Tiere dargestellt.

Daniel 7,1-3 Im ersten Jahr Belsazars, des Königs von Babel, hatte Daniel einen Traum und Gesichte auf seinem Bett; und er schrieb den Traum auf, und dies ist sein Inhalt: Ich, Daniel, sah ein Gesicht in der Nacht, und siehe, die vier Winde unter dem Himmel wühlten das große Meer auf. Und vier große Tiere stiegen herauf aus dem Meer, ein jedes anders, als das andere.
 
  Der an dieser Stelle erwähnte Belsazar ist der gleiche Belsazar, der z. B. in Daniel 5,1 erwähnt wird. Darum sollte dieses Ereignis eigentlich im Anschluss an das 5. Kapitel erscheinen. Im Buch Daniel sind aber die Kapitel nicht in chronologischer Reihenfolge, sondern nach historischen und prophetischen Teilen geordnet.

Daniel sieht nun in diesem Gesicht vier Tiere aus dem großen Meer steigen. Vers 17 gibt uns die Erklärung, was denn diese Tiere bedeuten:

Daniel 7,17 Diese vier großen Tiere sind vier Königreiche, die auf Erden kommen werden.

Da an dieser Stelle symbolische Sprache verwendet wird, ist das Meer ebenfalls symbolisch zu verstehen. Nach Offenbarung 17,15 sind Wasser oder auch das Meer ein Symbol für Völker (Völkermeer). Daniel sah also durch Winde, d.h. durch politische Umwälzungen oder Kriege, vier Königreiche aus den Völkern hervorgehen.

 
Daniel 7,4 Das erste war wie ein Löwe und hatte Flügel wie ein Adler. Ich sah, wie ihm die Flügel genommen wurden. Und es wurde von der Erde aufgehoben und auf zwei Füße gestellt wie ein Mensch, und es wurde ihm ein menschliches Herz gegeben.
 
  Das erste Weltreich sollte wie ein Löwe sein. Jetzt stellt sich natürlich die Frage, welches Weltreich damit gemeint ist. Daniel erhielt diese Vision zur Zeit der babylonischen Gefangenschaft. Wie wir bereits in Daniel 2 gesehen haben, erhielt Daniel dort eine Vision in Form eines Standbildes, das ebenfalls vier Weltreiche darstellte, die nach und nach auf dieser Erde erscheinen sollten. Der Engel selbst gab die Erklärung, dass das erste Weltreich, der goldene Kopf, das babylonische Reich sein sollte. Von daher macht es Sinn, das erste Tier hier auf Babylon zu deuten.

Der geflügelte Löwe war ein Wappentier der Babylonier. Das Stadttor war mit einer Reihe von Löwen aus glasierten Ziegeln ausgestattet, die heute im Pergamonmuseum in Berlin zu besichtigen sind.

Die Adlerflügel stellen die Schnelligkeit der Eroberungen Babylons dar:

Habakuk 1,6.8 Denn siehe, ich will die Chaldäer erwecken .. Ihre Rosse sind schneller als die Panther und bissiger als die Wölfe am Abend. Ihre Reiter fliegen in großen Scharen von ferne daher, wie die Adler eilen zum Fraß.

Doch dann tritt eine Wende ein. Ihm werden die Flügel genommen und ein menschliches Herz gegeben. Tatsächlich vergrößerte sich das babylonische Reich in späterer Zeit kaum noch, sondern schrumpfte sogar. Es hatte nun ein menschliches Herz empfangen, da es nicht mehr nach Eroberungen strebte.

 
Daniel 7,5 Und siehe, ein anderes Tier, das Zweite, war gleich einem Bären und war auf der einen Seite aufgerichtet und hatte in seinem Maul zwischen seinen Zähnen drei Rippen. Und man sprach zu ihm: Steh auf und friß viel Fleisch!
 
  Der Bär stellt das zweite Königreich Medo-Persien dar. Dieses Reich wird in dem Standbild aus Daniel 2 durch die silberne Brust dargestellt.

Das Ungleichgewicht in diesem Doppelreich wird durch den einseitig aufgerichteten Bären dargestellt. In Daniel 8,3 wird Medo-Persien durch einen Widder mit zwei Hörnern dargestellt, wobei das später gewachsene Horn höher als das andere ist. Die Perser waren nämlich das mächtigere der beiden Völker und übernahmen die Führerschaft in diesem Doppelreich.

Die drei Rippen in dem Maul des Bären stellen die Eroberungen dieses Reiches dar:

- Lydien, das heutige Anatolien (547 v. Chr.)
- Babylon (539 v. Chr.)
- Ägypten (525 v. Chr.).

Hinweis: "Fleisch fressen" steht für das Einnehmen anderer Länder.


 
Daniel 7,6 Danach sah ich, und siehe, ein anderes Tier, gleich einem Panther, das hatte vier Flügel wie ein Vogel auf seinem Rücken und das Tier hatte vier Köpfe, und ihm wurde große Macht gegeben.
 
  Das persische Reich unter dem König Darius III. wurde in der Schlacht von Arbela 331 v. Chr. von Alexander dem Großen besiegt. Daraus folgt, dass der Panther für das griechische Reich steht.

Die Schnelligkeit eines Panthers und die Symbolik der vier Flügel veranschaulichen treffend die Schnelligkeit, mit der Alexander der Große seine Eroberungen durchführte. Im Gegensatz zum babylonischen Reich, besitzt das griechische Reich vier Flügel. Bis heute gibt es in Bezug auf Schnelligkeit und Erfolg in der Geschichte nichts Vergleichbares.

Nach Alexanders Tod zerbrach sein Imperium in vier Teile, dargestellt durch die vier Köpfe des Panthers. Alexanders Generäle teilten das Reich in folgende Länder auf:

- Makedonien
- Thrakien und das nord-westliche Kleinasien
- Syrien und Babylonien
- Ägypten.

 
Daniel 7,7 Danach sah ich in diesem Gesicht in der Nacht, und siehe, ein viertes Tier war furchtbar und schrecklich und sehr stark und hatte große eiserne Zähne, fraß um sich und zermalmte es mit seinen Füßen. Es war auch ganz anders als die vorigen Tiere und hatte zehn Hörner.
 
  In Daniel 2 haben wir bereits gesehen, dass das griechische Reich in der Schlacht von Pydna 168 v. Chr. durch das römische Reich abgelöst wurde. Das vierte Tier auf Erden, für welches es kein Tier als Symbol in der Natur gab, stellt also das "eiserne Rom" dar, das seine Opfer zerriss und verschlang. Auch die Beschreibung dieses Tieres ähnelt sehr der Beschreibung der Beine des Standbildes in Daniel 2,40. Auch war das römische Reich ganz anders, als seine Vorgänger. Die bisherigen Weltreiche waren allesamt Königreiche. Rom aber nicht. Rom hatte im Laufe seiner Geschichte verschiedene Regierungsformen. Cäsar war z.B. ein Präsident, der sich vor einem Senat zu verantworten hatte.

Die Archäologie bietet ein anschauliches Beispiel für den rücksichtslosen Zerstörungsdrang Roms. Aber trotz seiner Stärke sollte Rom nicht für immer in dieser Form bestehen bleiben:

Daniel 7,24 Die zehn Hörner bedeuten zehn Könige, die aus diesem Königreich hervorgehen werden.

Um 500 n. Chr. zerbrach das römische Reich unter dem Ansturm der Germanen in verschiedene Nationen:

- Alemannen
- Franken
- Angelsachsen
- Lombarden
- Sueven
- Burgunder
- Heruler
- Vandalen
- Ostgoten
- Westgoten
- usw.
 

Hinweis: Man kann sicherlich versuchen, genau 10 Nationen zu finden, die aus dem römischen Reich hervorgingen. Man kann aber auch die Zahl 10 einfach als Zahl der Gesamtheit ansehen. Dafür würde sprechen, dass es 10 Gebote Gottes gibt oder dass z.B. in Offenbarung 17,12 die 10 Hörner für ein weltweites Bündnis stehen. Wenn man die Zahl 10 jetzt einfach als Ganzheit ansieht, dann lässt sich sagen, dass das gesamte römische Westreich infolge der Völkerwanderung in verschiedene Nationen zerbrach.

Im Gegensatz zu Daniel 2, wo einem weltlichen Herrscher sehr genau die politischen Entwicklungen im Gegensatz zu der eher kurzen Darstellung der Verbindung von Kirche und Staat gezeigt wurden, wird hier einem Propheten das Schicksal des Volkes Gottes gezeigt. Deshalb werden die weltlichen Reiche nur sehr kurz erwähnt, während der jetzt aufkommenden religiösen Macht besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird.

 
Daniel 7,8 Als ich aber auf die Hörner achtgab, siehe, da brach ein anderes kleines Horn zwischen ihnen hervor, vor dem drei der vorigen Hörner ausgerissen wurden. Und siehe, das Horn hatte Augen wie Menschenaugen und ein Maul, das redete große Dinge.
 
  476 n. Chr. zwang der Herulerkönig Odoaker den letzten weströmischen Kaiser Augustulus zur Abdankung. Das Ende des weströmischen Reichs war damit besiegelt und die zehn Hörner hatten ihre Macht erhalten. Nun sollte aus diesen zehn Hörnern ein kleines Horn hervorbrechen und drei dieser Hörner ausreißen. Im gleichen Kapitel erhalten wir die Deutung dieses Ereignisses:

Daniel 7,24 Die zehn Hörner bedeuten zehn Könige, die aus diesem Königreich hervorgehen werden. Nach ihnen aber wird ein anderer aufkommen, der wird ganz anders sein als die vorigen und wird drei Könige stürzen.

Als Kaiser Konstantin seinen Regierungssitz an den Bosporus verlegte, sahen die Menschen in dem Bischof von Rom von nun an ihren Vormund. Die weltliche Macht des Bischofs von Rom nahm Jahr für Jahr zu. Auch war Rom schon im 1. Jhdt die größte, reichste und schönste Stadt, weil sie der Sitz des Kaiserreichs war. Weil es den Bischöfen gefallen hat, den Bischof von Rom mit königlicher Würde bekleidet zu sehen, wurde er zum König der Bischöfe - er wurde zum Papst.

325 n. Chr. wurde unter Vorsitz von Kaiser Konstantin ein Konzil zu Nicäa abgehalten, um die arianische Frage zu klären. Arius aus Alexandria behauptete nämlich, dass Jesus ein erschaffenes Wesen und damit nicht Gott gleichgestellt sei, während die römische Kirche der Meinung war, dass Jesus von Ewigkeit her mit dem Vater existiert. Auf diesem Konzil wurde zu Gunsten der Kirche entschieden, was den arianischen Gedanken aber nicht wirklich aus der Welt schaffte. So wurden die Arianer zu Feinden der römischen Kirche, was wiederum deren Einfluss hemmte. Als z.B. Papst Simplicius im Jahre 483 n. Chr. verstarb und Neuwahlen durchgeführt wurden, unterbrach Basilius, ein Beamter des arianischen Herulerkönigs Odoakers, die Wahl und erklärte sie für ungültig, weil sie nicht zu dieser Wahl geladen waren.

Eine Wende trat ein, als Theodorich, König der Ostgoten und ebenfalls Arianer, den damaligen Kaiser in Konstantinopel Zeno bat, in ein fruchtbareres Land ziehen zu dürfen. Da Kaiser Zeno mit dem Papst befreundet war, wurde es ihm erlaubt, gegen die Heruler unter Odoaker zu ziehen. So besiegten die Ostgoten innerhalb von drei Jahren die Heruler, welche ebenfalls Arianer waren.

In Afrika verfolgten und unterdrückten die Vandalen die römische Kirche. Als die Vandalen 531 n. Chr. ihren König Hilderich absetzten, weil dieser dem oströmischen Kaiser Justinian I. zugeneigt war, schickte Justinian seinen Feldherrn Belisar mit nur 16.000 Mann gegen die Vandalen in die Schlacht. Drei Monate später war das Land erobert. Um das Jahr 538 n. Chr. wurden ebenfalls durch Belisar die Ostgoten in Rom gezwungen, die Belagerung aufzugeben. Nun war Rom von den Arianern gesäubert und das päpstliche Rom konnte seinen Siegeszug beginnen.

Die drei Hörner, die gestürzt wurden, waren also die Heruler, die Vandalen und die Ostgoten. Wie wir noch im weiteren Verlauf dieses Kapitels sehen werden, können wir das kleine Horn ziemlich sicher als das päpstliche Rom identifizieren, das erst nach den zehn Hörnern emporstieg und drei dieser Hörner durch weltliche Unterstützung stürzte.

Das kleine Horn soll nun Menschenaugen haben und große Dinge reden. Dies besagt, dass dieses Horn ein von Menschen gemachtes und keineswegs ein von Gott gewolltes religiöses System ist. Die großen Dinge, die das Horn redet, werden wir in Vers 20 genauer untersuchen.

 
Daniel 7,9-14 Ich sah, wie Throne aufgestellt wurden, und einer, der uralt war, setzte sich. Sein Kleid war weiß wie Schnee und das Haar auf seinem Haupt rein wie Wolle; Feuerflammen waren sein Thron und dessen Räder loderndes Feuer. Und von ihm ging aus ein langer feuriger Strahl. Tausendmal Tausende dienten ihm, und zehntausendmal Zehntausende standen vor ihm. Das Gericht wurde gehalten, und die Bücher aufgetan. Ich merkte auf um der großen Reden willen, die das Horn redete, und ich sah, wie das Tier getötet wurde und sein Leib umkam und ins Feuer geworfen wurde. Und mit der Macht der andern Tiere war es auch aus; denn es war ihnen Zeit und Stunde bestimmt, wie lang ein jedes leben sollte. Ich sah in diesem Gesicht in der Nacht, und siehe, es kam einer mit den Wolken des Himmels wie eines Menschen Sohn und gelangte zu dem, der uralt war, und wurde vor ihn gebracht. Der gab ihm Macht, Ehre und Reich, daß ihm alle Völker und Leute aus so vielen verschiedenen Sprachen dienen sollten. Seine Macht ist ewig und vergeht nicht, und sein Reich hat kein Ende.
 
  Hier wechselt nun die Vision zu einer Gerichtszene, die im Himmel stattfindet. Einer der uralt war, setzte sich. Dies ist sicherlich eine symbolische Beschreibung für Gott Vater. Daniel sah nun, wie Bücher aufgetan wurden und achtete dabei auf die großen Reden des kleinen Horns. Das Urteil Gottes über das kleine Horn führte dazu, dass es getötet und ins Feuer geworfen wurde. In Offenbarung 19,20 ist dasselbe Ereignis erwähnt. Dort wird bei der Wiederkunft Jesu das Tier, das wie das kleine Horn hier für das päpstliche Rom steht, in den feurigen Pfuhl geworfen.

Wir sehen also, dass das Gericht vor der Wiederkunft Jesu stattfindet. Aber das ist keine negative, sondern eine freudige Botschaft (vgl. Das Gericht), da es bei diesem Gericht darum geht, wer errettet werden kann. Anschließend sah Daniel, wie Jesus, einer wie eines Menschen Sohn, vom Vater sein Reich übergeben bekam, das für immer und ewig bestehen wird. Dieses Reich ist der Stein aus Daniel 2 oder die Braut aus Offenbarung 21.

 
Daniel 7,19-22 Danach hätte ich gerne Genaueres gewußt über das vierte Tier, das ganz anders war als alle andern, ganz furchtbar, mit eisernen Zähnen und ehernen Klauen, das um sich fraß und zermalmte und mit seinen Füßen zertrat, was übrig blieb; und über die zehn Hörner auf seinem Haupt und über das andere Horn, das hervorbrach, vor dem drei ausfielen; und es hatte Augen und ein Maul, das große Dinge redete, und war größer als die Hörner, die neben ihm waren. Und ich sah das Horn kämpfen gegen die Heiligen, und es behielt den Sieg über sie bis der kam, der uralt war, und Recht schaffte den Heiligen des Höchsten und bis die Zeit kam, daß die Heiligen das Reich empfingen.
 
  Fassen wir an dieser Stelle mal die Eigenschaften des "Kleinen Horns" zusammen:

- Es entsteht aus dem vierten Tier
- Es vernichtet bei seiner Entstehung drei andere Königreiche
- Es redet große Dinge, d.h. es beschließt Dinge, die entgegen der Bibel sind
- Es ist mächtiger als die anderen Hörner
- Es kämpft solange gegen die Heiligen, bis der kommt, der uralt war.

Wenn wir all diese Merkmale betrachten, so kann das kleine Horn nur für das päpstliche Rom stehen:

- Es entsteht aus dem römischen Reich
- Durch den Fall der Heruler, Vandalen und Ostgoten erlangte das Papsttum Macht
- Es hatte im Mittelalter die Vormachtstellung in Europa (war größer als die anderen Hörner)
- Es verfolgte diejenigen, die an Jesus und der Bibel festhielten und sich dadurch dem päpstlichen Rom nicht unterordneten (Ketzerei, Inquisition, Kreuzzüge)

Hinweis: Die Kirchengeschichte belegt eindeutig, dass sich die römische Kirche jederzeit das Recht herausgenommen hat, gewaltsam gegen alle vorzugehen, die sich ihren theologischen Ansichten oder ihrer Autorität widersetzten. In diesem Zusammenhang soll auch an die Kreuzzüge gegen die Waldenser im Nordwesten Italiens und die Albigenser in Südfrankreich erinnert werden.

Betrachten wir noch die großen Dinge, die das Horn redet:

Daniel 7,25 Er wird den Höchsten lästern ..

Mit den großen Reden sind also Beschlüsse und Lästerungen gegen Gott gemeint, die dieses Horn erlassen hat. Es sollen an dieser Stelle nur ein paar Dinge erwähnt werden, die das päpstliche Rom erlassen oder eingeführt hat, die absolut nicht mit der Bibel übereinstimmen:

- Heiligung des Sonntags: Die Bibel gebietet uns, den Sabbat zu heiligen (vgl. Der Ruhetag Gottes).
- Unsterbliche Seele: Nach der Bibel ruhen alle Menschen, bis Jesus wiederkommt (vgl. Die Täuschung).
- Unfehlbarkeit des Papstes: Nur einer ist unfehlbar, der Gott im Himmel (vgl. Marias Botschaft).
- Sündenvergebung durch die Beichte: Nur einer kann die Sünden vergeben, nämlich Jesus!
- Kindertaufe: Jesus wurde als Erwachsener getauft und hat uns dadurch ein Beispiel gegeben.
- Heiligenverehrung: Ist nach dem 2. Gebot verboten (vgl. 2. Mose 20,4.5).
- Ablass: Wir werden nur durch Gnade errettet und nicht durch unsere eigenen Werke, der Werke anderer oder eventueller Spenden (vgl. Römer 3,28).
- Papst lässt sich "Heiliger Vater" nennen: Nur einer darf sich Vater nennen, der Gott des Himmels (vgl. Matthäus 23,9).

Und wieder wird in diesem Vers das Gericht erwähnt. Aber dieses mal mit dem Hinweis, dass es zur Rechtfertigung der Heiligen dient. Alle, die Jesus als ihren persönlichen Erlöser angenommen haben und ihm nachfolgen, brauchen sich vor diesem Gericht nicht zu fürchten, denn es dient zu deren Rechtfertigung (vgl. Das Gericht). Weil alle Menschen gesündigt haben (vgl. Römer 3,10) und somit die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, verloren haben, muss Gott vor der Wiederkunft Jesu untersuchen, ob ein Mensch errettet werden kann oder nicht. Errettet werden kann aber nur derjenige, der die Gerechtigkeit Christi im Glauben annimmt und somit vor Gott steht, als hätte er nie gesündigt.

Hinweis: Wenn die Bibel von Heiligen spricht, sind damit nicht irgendwelche Menschen gemeint, die gestorben sind und von der Kirche "heilig" gesprochen werden. Die Bibel meint damit Menschen, die an Jesus und an die Bibel glauben und auch danach handeln. Es sind Menschen, die von Gott geheiligt sind, weil sie ihr Leben Jesus übergeben haben.

 
Daniel 7,23.24 Er sprach: Das vierte Tier wird das vierte Königreich auf Erden sein; das wird ganz anders sein als alle andern Königreiche; es wird alle Länder fressen, zertreten und zermalmen. Die zehn Hörner bedeuten zehn Könige, die aus diesem Königreich hervorgehen werden. Nach ihnen aber wird ein anderer aufkommen, der wird ganz anders sein als die vorigen und wird drei Könige stürzen.
 
  An dieser Stelle gibt uns der Engel selbst die Bedeutung des vierten Tieres. Es wird das vierte Königreich auf Erden sein und es wird in zehn Reiche zerbrechen. Wie wir schon weiter oben gesehen haben, stellt dieses Königreich das heidnische Rom dar, das in Folge der Völkerwanderung in mehrere Teilreiche zerbrach.

Ebenfalls haben wir schon weiter oben gesehen, dass die drei Könige, die gestürzt wurden, die Heruler, die Vandalen und die Ostgoten waren, weil sie aufgrund ihrer theologischen Auffassungen die römische Kirche unterdrückten.
 
Daniel 7,25a Er wird den Höchsten lästern und die Heiligen vernichten und wird sich unterstehen, Festzeiten und Gesetz zu ändern.
 
  Vom kleinen Horn heißt es, dass es sich untersteht, Festzeiten und Gesetz zu ändern. In den Zehn Geboten steht allerdings nur ein Gebot, bei dem es um Zeit geht: das Sabbatgebot.

Dieses Gebot weist den siebten Tag der Woche zum Gedenken an den Schöpfer als Ruhetag aus. Es ist der Tag, den Gott ausersehen hat, damit seine Geschöpfe ihn mit Gott verbringen und ihn anbeten. Genau dieses Gebot ist nachweislich vom päpstlichen Rom verändert worden (vgl. Der Ruhetag Gottes).

Da nach Daniel 2,21 nur Gott Zeit und Stunde ändert, ist die Änderung von Zeit und Gesetz durch das kleine Horn aus der Sicht Daniels ein Versuch, Gott zu stürzen.

 
Daniel 7,25b.26 Sie werden in seine Hand gegeben werden eine Zeit und zwei Zeiten und eine halbe Zeit. Danach wird das Gericht gehalten werden ..
 
  Die Heiligen und die Änderung des Gesetzes werden in die Hand des kleinen Horns für insgesamt dreieinhalb Zeiten gegeben. Eine Zeit bedeutet 1 Jahr. Daraus ergeben sich insgesamt 3 1/2 Jahre.

Im Alten Testament hatte ein Jahr 360 Tage. Daraus ergeben sich für die dreieinhalb Jahre insgesamt 3,5 * 360 Tage = 1260 Tage.

Nach dem Jahr-Tag-Prinzip entsprechen diese 1260 Tage einem Zeitraum von 1260 Jahren. Es bedeutet also, dass das päpstliche Rom insgesamt 1260 Jahre lang das Volk Gottes verfolgen würde.

Doch wann ist der Beginn dieser 1260 Jahre?

533 n. Chr. setzte Kaiser Justinian I. durch einen Erlass (Codex Justinianus) den Bischof von Rom, Johannes II. (533-535), als Oberhaupt über alle christliche Kirchen in seinem Reich ein. Der Erlass konnte allerdings nicht wirksam werden, solange die arianischen Ostgoten Rom besetzten. Um das Jahr 538 n. Chr. durchbrach Justinians Heer unter Belisar die Belagerung um Rom und vertrieb die Ostgoten. Dadurch wurde der römische Bischof, Vigilius (537-555), dank der Truppen des Kaisers in die Lage versetzt, sein Amt als Oberhaupt aller Christen nicht nur auf dem Papier, sondern auch in Wirklichkeit auszuüben.

Weil die militärische Befreiung des Papsttums um das Jahr 538 n. Chr. das zentrale Ereignis in der Reihe all dieser Geschehnisse war, erscheint es angemessen, den Beginn der "einen Zeit und zwei Zeiten und einer halben" der päpstlichen Vorherrschaft auf dieses Jahr zu datieren.

Hinweis: Da es geschichtlich nicht ganz eindeutig zu bestimmen ist, ob nun die Ostgoten Rom im Jahre 537, 538 oder 539 n. Chr. verließen, macht es durchaus Sinn, den Beginn der dreieinhalb Zeiten auf die Zeit um 538 n. Chr. zu datieren.

Das Ende dieser Zeitspanne von 3 1/2 Zeiten wäre demnach das Jahr 538 n. Chr. + 1260 Jahre = 1798 n. Chr.

Was geschah in diesem Jahr?

Am 15. Februar 1798 setzte der französische General Berthier im Auftrag Napoleons Papst Pius VI. ab und brachte ihn nach Frankreich ins Exil, wo er im Juli 1799 verstarb. Dies war das Ende der päpstlichen Vorherrschaft über Europa und der Verfolgung des Volkes Gottes durch das päpstliche Rom.

 
Daniel 7,26 Danach wird das Gericht gehalten werden; dann wird ihm seine Macht genommen und ganz und gar vernichtet werden.
 
  Wenn wir diesen Vers genau lesen, können wir feststellen, dass zuerst das Gericht gehalten wird und dann erst wird dem päpstliche Rom die Macht genommen, d.h. das Gericht findet nicht erst nach dem Ende dieser Welt statt oder bei der Wiederkunft Christi, sondern schon vorher. In Daniel 9 werden wir sehen, dass derzeit schon dieses Gericht tagt (vgl. Das Gericht).



Zum Schluss noch einmal die Zeitlinie im Überblick:

Zeitlinie