Quelle: http://www.dasgeheimnis.de/web/offenbarung_10.htm

Offenbarung 10

Offenbarung 10,1.2 Und ich sah einen andern starken Engel vom Himmel herabkommen, mit einer Wolke bekleidet, und der Regenbogen auf seinem Haupt und sein Antlitz wie die Sonne und seine Füße wie Feuersäulen. Und er hatte in seiner Hand ein Büchlein, das war aufgetan. Und er setzte seinen rechten Fuß auf das Meer und den linken auf die Erde, ..
 
  Der Regenbogen ist das Zeichen göttlicher Gnade. Die Füße aus Feuersäulen beschreiben die unerschütterliche Standfestigkeit des Engels. Das Antlitz wie sie Sonne deutet auf die Gerechtigkeit Christi hin, da in Maleachi 3,20 von der Sonne der Gerechtigkeit die Rede ist. Wir können daraus schließen, dass es sich bei dem Engel um Jesus selbst handelt.

Der linke Fuß auf der Erde und der rechte Fuß auf dem Meer zeigt uns die Bestimmungsgewalt des Engels über die ganze Erde auf.

Der Engel hält in seiner Hand ein Büchlein, das aufgetan ist. Da es nun offen ist, muss es zu einem vorherigen Zeitpunkt geschlossen gewesen sein. Wie wir in den weiteren Versen sehen werden, steht dieses Büchlein für das Buch Daniel des Alten Testaments, das nach Daniel 12,4 bis auf die letzte Zeit versiegelt sein sollte.

Hinweis: Dieses Kapitel liegt zeitlich gesehen zwischen der sechsten und siebten Posaune. Da nun das Büchlein offen und nicht mehr versiegelt ist, können wir daraus schließen, dass die Bedeutung des Buches Daniel in dieser Zeit nach der sechsten Posaune verstanden wird. Dies erfüllte sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts, als in vielen Teilen der Welt das Buch Daniel studiert und verstanden wurde.

 
Offenbarung 10,3.4 und er schrie mit großer Stimme, wie ein Löwe brüllt. Und als er schrie, erhoben die sieben Donner ihre Stimme. Und als die sieben Donner geredet hatten, wollte ich es aufschreiben. Da hörte ich eine Stimme vom Himmel zu mir sagen: Versiegle, was die sieben Donner geredet haben, und schreib es nicht auf!
 
  Donner kommt an verschiedenen Stellen in der Offenbarung in Zusammenhang mit dem Gericht vor (vgl. Offenbarung 16,18), woraus wir schließen können, dass die sieben Donner für die Stimme Gottes stehen, die das Gericht verkündigen.

Hinweis: In Daniel 8,13 geht es um den Beginn des Gerichts, worauf sich höchst wahrscheinlich diese Donner beziehen.

Johannes hat diese Worte ganz sicher verstanden, sollte sie aber wie Daniel damals auch (vgl. Daniel 12,4) nicht aufschreiben, da die Worte bis auf die letzte Zeit versiegelt sind.

Hinweis: Anhand dieser Stelle können wir z.B. bestimmen, dass es sich bei dem Büchlein um das Buch Daniel handeln muss.

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Offenbarung 10,5-7 Und der Engel, den ich stehen sah auf dem Meer und auf der Erde, hob seine rechte Hand auf zum Himmel und schwor bei dem, der da lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit: Es soll hinfort keine Zeit mehr sein, sondern in den Tagen, wenn der siebente Engel seine Stimme erheben und seine Posaune blasen wird, dann ist vollendet das Geheimnis Gottes, wie er es verkündigt hat seinen Knechten und Propheten.
 
  Wenn wir diesen Engel mit dem Engel aus Daniel 12,7 vergleichen, so fallen gewisse Ähnlichkeiten auf:

- Die Hände werden zum Himmel empor gehoben
- Beide stehen auf dem Meer oder Wasser

Wir können davon ausgehen, dass die Engel ein und derselbe sind. Hinzu kommt ja noch, dass das Büchlein in der Hand des Engels sich auf das Buch Daniel bezieht.

Im Buch Daniel geht es sehr viel um Zeitlinien und Vorhersagen, die zeitliche Ereignisse betreffen. Die letzte zeitliche Vorhersage endet 1844 n. Chr. bei dem Beginn des Vorwiederkunftsgerichts (vgl. Das Gericht). Dieser Engel lässt uns nun wissen, dass hinfort keine Zeit mehr sein soll, d.h. es wird keine prophetische Vision mehr geben, die sich über das Jahr 1844 n. Chr. berechnen ließe.

Hinweis: Diese Zeit, die der Engel mit einem feierlichen Eid angibt, meint nicht das Ende dieser Weltgeschichte noch der Gnadenzeit, sondern der prophetischen Zeit, die der Wiederkunft Jesu vorausgehen soll. Auslegungen, die Zeitangaben nach 1844 n. Chr. platzieren, können demnach nicht stimmen.

 
Offenbarung 10,8.9 Und die Stimme, die ich vom Himmel gehört hatte, redete abermals mit mir und sprach: Geh hin, nimm das offene Büchlein aus der Hand des Engels, der auf dem Meer und auf der Erde steht! Und ich ging hin zu dem Engel und sprach zu ihm: Gib mir das Büchlein! Und er sprach zu mir: Nimm und verschling's! Und es wird dir bitter im Magen sein, aber in deinem Mund wird's süß sein wie Honig.
 
  Zu Beginn des 19. Jhdt lebte William Miller, der zeitgleich mit vielen anderen Menschen das Buch Daniel studierte. Er kam aufgrund der Vorhersagen in Daniel 8,13 zu der Überzeugung, dass Jesus 1844 n. Chr. wiederkommen werde. Er dachte, dass das Heiligtum, das gereinigt werden sollte, unsere Erde sei. William Miller ging nun davon aus, dass die Reinigung des Heiligtums die Wiederkunft Jesu bedeutete. Er predigte diese Erkenntnis und es entstand die große Adventbewegung, die bis zur Wiederkunft Jesu anhalten wird.

Mit "Nimm und verschling's" ist das Verinnerlichen, das Verstehen des Buches Daniel gemeint. Dass es in seinem Mund süß wie Honig sein sollte, deutete auf den Zustand hin, als Miller erkannte, dass Jesus im Jahre 1844 n. Chr. wiederkommen sollte. Es herrschte große Freude darüber, dass der Erlöser dieser Welt kommen würde.

Wie wir heute wissen, ist Jesus in diesem Jahr nicht gekommen und die Menschen waren darüber sehr enttäuscht. Es trat genau so ein, wie es vorhergesagt wurde, denn im Magen war es bitter, d.h. nachdem die Botschaft, die so süß war, verdaut war, kam die große Enttäuschung.

Hinweis: Die Menschen hatten sich damals nicht in der Zeit verrechnet, sondern sie hatten das Ereignis falsch gedeutet. Die Reinigung des Heiligtums stellt nämlich nach Daniel 8,13 nicht die Wiederkunft Jesu dar, sondern der Beginn des Vorwiederkunftsgerichts (vgl. Das Gericht). Aus dieser damaligen Bewegung entstand die Adventgemeinde, die heute unter dem Namen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten bekannt ist.

 
Offenbarung 10,10.11 Und ich nahm das Büchlein aus der Hand des Engels und verschlang's. Und es war süß in meinem Mund wie Honig, und als ich's gegessen hatte, war es mir bitter im Magen. Und mir wurde gesagt; Du mußt abermals weissagen von Völkern und Nationen und Sprachen und vielen Königen.
 
  Obwohl die Adventgläubigen darüber sehr enttäuscht waren, dass Jesus nicht wiederkam, hörten sie dennoch nicht auf, an die Bibel zu glauben. Sie mussten in ihren Auslegungen irgend etwas übersehen haben. Bei der Berechnung des Datums erkannten sie keinen Fehler, also musste mit dem Ereignis der Reinigung des Heiligtums etwas anderes gemeint sein. Sie forschten in der Bibel und gewannen die Erkenntnis, dass mit dem Heiligtum nicht die Erde, sondern das himmlische Heiligtum gemeint war (vgl. Das himmlische Heiligtum). Mit den Hinweisen im Alten Testament erkannten sie, dass die Reinigung des himmlischen Heiligtums der Beginn des Vorwiederkunftsgerichts war (vgl. Das Gericht).

Hinweis: Im alten Israel wurde einmal im Jahr das Heiligtum gereinigt und die Sünden auf einen Ziegenbock gelegt.

Der Auftrag Gottes war nun, diese Botschaft vom Beginn des Gerichts in der ganzen Welt, vor allen Nationen und Sprachen zu predigen. Es ist die Botschaft der drei Engel aus Offenbarung 14, die vor der Wiederkunft Jesu der ganzen Welt verkündet wird.