Quelle: http://www.dasgeheimnis.de/web/andacht.php

Kurz an(ge)dacht ...

 Seid also zu jeder Zeit bereit; denn der Menschensohn wird gerade dann kommen, wenn ihr am wenigsten damit rechnet. Matthäus 24,44 (Hoffnung für alle)


Die treuen Nachfolger Jesu Christi warten nun schon etwa zweitausend Jahre auf die von ihm verheißene Wiederkunft. Die Glaubensväter der Adventbewegung im 19. Jahrhundert hofften, noch zu ihrer Zeit Christus begegnen zu können. Als jedoch ein Jahrzehnt nach dem anderen verstrich, verwies man verstärkt auf die vor allem in Matthäus 24 erwähnten "Zeichen der Zeit". Und bald war man überzeugt, dass sie sich nahezu alle erfüllt hätten. In Predigten und in adventistischer Literatur wird seit mehr als 100 Jahren behauptet, es sei bereits "fünf Minuten vor zwölf". Weil aber Christus immer noch nicht wiedergekommen ist, sucht man nach Erklärungen für die anscheinende Verzögerung.

Weder die "Zeichen der Zeit" noch andere prophetische Hinweise sind von Jesus dazu gegeben, die Zeit seines Kommens zu bestimmen - auch nicht annähernd. Der Zeitpunkt liegt allein in Gottes souveräner Entscheidung. "Von dem Tage aber und von der Stunde weiß niemand, auch die Engel im Himmel nicht, auch der Sohn nicht, sondern allein der Vater", erklärte Jesus mit Nachdruck (Mt 24,36). "Zeichen der Zeit" sollen jedoch Gläubige zu allen Zeiten an die Verlässlichkeit der zugesagten Wiederkunft erinnern. Sein Kommen ist die notwendige Konsequenz, die sich aus seinem Opfer am Kreuz ergibt. Gottes Heilsplan zielt hin auf Christi Wiederkunft. Dann findet alles Leid ein Ende.

Jesus selbst hat in den Hinweisen auf sein Kommen mehrfach gefordert, seine Nachfolger sollten sich nicht so sehr mit dem Wann beschäftigen. Zuletzt tat er das noch einmal mit allem Nachdruck vor seiner Himmelfahrt (Apg 1,6.7). "Zeichen der Zeit" sind nicht gegeben, die verbleibende Zeit bis zum Kommen zu bestimmen - die Quantität der Zeit - vielmehr weisen sie hin auf die Qualität der Zeit für den Einzelnen.

Bedauerlicherweise wird häufig zu wenig beachtet, dass Jesu Endzeitrede Matthäus 24 und 25 umfasst, wobei der zweite Teil mit 56 Versen der umfangreichere Teil ist - und existenziell der für uns wichtigere. Darin erklärt Jesus, worauf es beim Bereitsein auf seine Wiederkunft ankommt. Lesen wir es nach!

ER ist es wert, dass wir auf ihn warten, uns nach ihm sehnen, uns freudig auf ihn vorbereiten - selbst wenn noch viele Jahre darüber hinweggehen. Unser Herr kommt bestimmt!

Manfred Böttcher


© Advent-Verlag Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung