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 Ein guter Mensch kümmert sich um das Wohl seiner Tiere; ein böser hat kein Herz für sie. Sprüche 12,10 (Gute Nachricht Bibel)


Es gibt sicher unter uns viele Tierfreunde und mancher von uns hat selbst ein Haustier. Vorzeiten war das viel selbstverständlicher, denn viele Menschen waren auf Tiere angewiesen, um die Felder zu bestellen. sich zu ernähren oder sich beschützen zu lassen.

Die Bibel ist auch ein Tierbuch. Mindestens 80 verschiedene Tiere werden in der Bibel nicht nur erwähnt, sondern genau beschrieben, zum Beispiel, dass Eulen in Ruinen leben (Ps 102,7) und Wildesel die Freiheit lieben (Hiob 39,5f.).

Beide - Mensch und Tier - gehören zusammen. Im Schöpfungsbericht lesen wir, dass Gott die Tiere zum Menschen brachte, um sie zu benennen (1 Mo 1,19). Wir gehören zusammen und "haben alle einen Odem" (Pred 3,19) - dieselbe Lebenskraft. In das Gebot der Sabbatruhe ist ausdrücklich auch das Vieh einbezogen (2 Mo 20,10). "Ein guter Mensch sorgt für seine Tiere", schrieb Salomo (Spr 12,10 Hfa)

Tiere waren im ersten Paradies, sie werden auch im neuen sein. In christlichen Häusern war früher als Wandschmuck ein Bild beliebt: Im Mittelpunkt standen ein Löwe und ein Kind, das zutraulich den Arm um seine Mähne legt. Das Bild ist theologisch richtig, denn es weist uns auf die Zustände auf der neuen Erde hin (siehe Jes 11,6.7). Die Erlösung wird allumfassend und real sein. Zur erneuerten Menschengemeinschaft wird eine erneuerte Tierwelt gehören. Jesus ist der große Freund der Menschen und der Tiere. Sind wir es auch?

Albert Schweitzer (1875-1965), Urwalddoktor, Organist und Theologe, wählte für eine seiner Schriften den Titel Ehrfurcht vor dem Leben. Diese Überschrift kam ihm in den Sinn, als er eines Tages mit einem Boot auf dem Fluss Ogowe fuhr. Plötzlich tauchte eine Herde Flusspferde vor ihm auf. Er war wie gebannt vom Anblick der mächtigen, in der Sonne glitzernden Leiber - und mit einem Mal schoss es ihm durch den Kopf: Ehrfurcht vor dem Leben!

Freilich, schon als Kind muss ihm Gott diese Ehrfurcht ins Herz gelegt haben. Ihm erschien es unfassbar, im Abendgebet nur für die Menschen zu beten. "Darum, wenn meine Mutter mit mir gebetet hatte", schrieb er, "betete ich heimlich ein von mir verfasstes Zusatzgebet für alle lebendigen Wesen. Es lautete: ,Lieber Gott, schütze und segne alles, was Odem hat, bewahre es vor allem Übel und lass es ruhig schlafen.'"

Dieter Leutert


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