Quelle: http://www.dasgeheimnis.de/web/andacht.php

Kurz an(ge)dacht ...

 Wer ... sich nicht an die heilsamen Worte unseres Herrn Jesus Christus hält und die Lehre unseres Glaubens in den Wind schlägt, der nimmt nur sich selbst wichtig, weiß aber überhaupt nichts. Solche Leute sind aufgeblasen und zetteln fruchtlose Streitgespräche an. So entstehen Neid, Zank, böses Gerede und gemeine Verdächtigungen. Ja, diese Leute sind wie von einer Seuche befallen. Ständig sind sie in Streitereien verwickelt. Man könnte meinen, sie hätten den Verstand verloren und die Wahrheit nie gehört. 1. Timotheus 6,3-5 (Hoffnung für alle)


Zurzeit lese ich das interessante Buch Zankäpfel der Kirche. 99 Streitigkeiten der Kirchengeschichte von Arndt Schnepper. Sehr spannend! Einleitend bemerkt der Autor, dass Zank und Zwietracht durchaus einen positiven Aspekt besitzen können, denn Streit diene in manchen Fällen der Wahrheitsfindung. Dem stimme ich zu, frage mich allerdings: Lohnt sich das Streiten immer? Stimmt der Ton, wenn Christen sich streiten? Werden Menschen durch die Art, wie wir streiten, verletzt? Besteht die Gefahr, dass wir durch den Streit das, worum wir uns streiten, "beschädigen"?

In unserem Andachtswort legt Paulus seinem Schüler Timotheus nah, sich vor Menschen zu schützen, die "fruchtlose Streitgespräche" anzetteln. Fruchtlose Streitgespräche - kommt diese "Seuche" auch in unseren Gemeinden vor?

Wie wäre es, wenn wir viel häufiger Gott für alles in der Gemeinde danken würden, was wir gemeinsam glauben, statt akribisch nach den Punkten zu suchen, in denen wir uns noch nicht einig sind? Müssen wir um jeden Preis für eine einheitliche Meinung in Randfragen, prophetischen Auslegungen oder Fragen des Lebensstils kämpfen? Haben wir nicht ausreichend damit zu tun, das freudig und entkrampft auszuleben, was wir bereits erkannt haben? Wäre es nicht besser, wir würden uns Gedanken darüber machen, wie wir die Adventbotschaft für unsere säkularen Mitmenschen verständlich und für Jung und Alt anziehend und lebensrelevant weitergeben können?

"Vom Streit der Christen ist die Welt noch nie aufgewacht", erklärt Wolfgang Vorländer. "Im Gegenteil, solcher Streit ist das untrüglichste Indiz dafür, dass kein Grund besteht, aufzumerken und sich auf die letzte Frist gefasst zu machen." Wir sollten sorgfältig überlegen, ob es sich wirklich lohnt, über etwas zu streiten - gemessen an den Dimensionen der anbrechenden Ewigkeit und des uns anvertrauten Auftrags.

Elí Diez-Prida


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