Quelle: http://www.dasgeheimnis.de/web/andacht.php

Kurz an(ge)dacht ...

 Gehört jemand zu Christus, dann ist er ein neuer Mensch. Was vorher war, ist vergangen, etwas Neues hat begonnen. 2. Korinther 5,17 (Hoffnung für alle)


Die Jungen aus der Nachbarschaft spielen mit Begeisterung Fußfall. Auf der Wiese nebenan kicken sie, so oft es die Schule zulässt. Dabei geht es immer nur um ein Ziel: Der Ball muss ins Tor! Und immer wenn einer von ihnen trifft, regen sich auch die andern schon auf: "Foul war das!", "Abseits!", "Hand!" oder auch "Unfair!" rufen sie so laut, dass jeder Zuschauer geneigt ist zu glauben, die Protestierer hätten wirklich Recht. Sie wollen das Tor nicht akzeptieren. Meistens hat sich der Streit nach kurzer Zeit wieder gelegt, weil das Tor wirklich eines war. Doch ab und zu haben die Protestierer auch Recht. Als wieder einmal ein Foul wegen Handspiels angezeigt wurde und somit das Tor ungültig war, verteidigte sich der Übeltäter mit den Worten: "Die Hand ist mein Lieblingskörperteil." Als ich das hörte, musste ich lachen. Die Hand als Lieblingskörperteil - und das beim Fußball!

Ja, so ist das mit der Begeisterung. Da geht es manchmal mit uns durch. Wir bemühen uns, das einmal ins Auge gefasste Ziel zu erreichen und setzen dann mitunter auch unfaire Mittel ein. Und was mindestens genauso schlimm ist: Wir sind nicht bereit, einen Fehler zuzugeben, sondern suchen nach Ausreden und Entschuldigungen. Es gibt für alles eine Ausrede! Je länger ich darüber nachdenke, umso deutlicher wird mir, dass in so scheinbar nebensächlichen Dingen eine Hauptfrage des christlichen Glaubens verborgen liegt.

Bei Bekehrung und einem neuen Leben mit Jesus Christus denken wir manchmal an spektakuläre Dinge oder erwarten von Gott außergewöhnliche Glaubenserfahrungen. Natürlich gibt es das, aber eben nicht als Normalfall. Das wirklich für alle geltende Neue am Christsein beschreibt der Apostel Paulus mit den Worten: "Gehört jemand zu Christus, dann ist er ein neuer Mensch." (2 Kor 5,17 Hoffnung für alle) Der "neue Mensch" braucht sich nicht besser zu machen, als er ist, und mit Ausreden sein Image aufpolieren. Er kann Fehler eingestehen. Und er muss nicht immer sein Ego durchsetzen.

Wenn uns das bewusst wird, dann wird das Leben in der Gemeinde bereits zu einem Stückchen Paradies auf Erden, eine Oase neuen Lebens in einer alten Welt, die sich so sehr nach Erlösung sehnt.

Johannes Hartlapp


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