Quelle: http://www.dasgeheimnis.de/web/andacht.php

Kurz an(ge)dacht ...

 Aber Jesus rief sie zu sich und sprach: "Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker niederhalten und die Mächtigen ihnen Gewalt antun. So soll es nicht sein unter euch; sondern wer unter euch groß sein will, der sei euer Diener." Matthäus 20,25.26


"Geld regiert die Welt" heißt es im Volksmund. Und in der Tat ist das Geld die stärkste Antriebsfeder in unserem Wirtschaftssystem. Wer Geld hat, hat Macht. Weil wir alles damit kaufen können, ist Geld ein Gut, das mächtiger ist als alle anderen. Mit Geld können wir unseren Besitz vergrößern und unseren Einfluss steigern. Mit Geld ist es möglich, andere zu unterdrücken oder auszubeuten.

Geld regiert und dominiert unsere Welt. Aber wie ist es mit der Kirche? Ticken Gemeindeglieder anders? Ist die Kirche nicht der Vorherrschaft des Geldes unterworfen? Manchmal habe ich den Eindruck, dass wir uns in Ausschüssen und Leitungsgremien genauso von der Dominanz des Geldprinzips unserer Gesellschaft beeindrucken lassen. Wie oft höre ich: "Das können wir uns nicht leisten" oder: "Das ist eine gute Idee, aber unser Haushalt gibt das nicht her." Häufig bestimmt das Geld die Entscheidungen und nicht der Auftrag Gottes. Ellen White mutmaßte, "täglich wird die Kirche umgewandelt, nimmt das Denken der Welt an. Wie viele bekennende Christen sind Sklaven des Mammon!" (Testimonies for the Church, Bd. 8, S. 118)

Jesus sagt: "So soll es nicht sein unter euch!" Er bezieht sich hier auf die Herrschenden, die ihr Volk unterdrücken. Ich glaube, es ist nicht verfehlt, diese Aussage auch auf die Vorherrschaft des Geldes in der Welt anzuwenden. "So soll es nicht sein unter euch": In der Kirche soll nicht das Geld die erste Geige spielen, nicht vom Geld darf abhängen, wie sie ihren Auftrag erfüllt. Die Aufgabe, die Gott der Gemeinde, der Kirche gegeben hat, soll im Mittelpunkt stehen. Die Menschen, die Gott liebt, sind das Ziel der Gemeindearbeit. Die Einstellung "ohne Geld läuft nichts" darf in der Gemeinde nicht vorherrschen, sondern das Vertrauen in Gott.

Gleich nach seiner Aussage, dass wir nicht dem Mammon dienen sollen, sagt Jesus: "Sorgt nicht um euer Leben, was ihr essen und trinken werdet. ... Denn euer himmlischer Vater weiß, dass ihr all dessen bedürft." (Mt 6,25.32). Gott ist es, der für uns sorgt, wenn wir uns auf ihn verlassen. Wo kannst du heute ein Zeichen dafür setzen, dass nicht die Sorge um das Geld, sondern Gott dein Leben regiert?

Roland Nickel


© Advent-Verlag Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung