Quelle: http://www.dasgeheimnis.de/web/andacht.php

Kurz an(ge)dacht ...

 Dann legte Jakob ein Gelübde ab "... dann soll [der Herr] mein Gott sein! ... Von allem, was er mir schenkt, will ich ihm den zehnten Teil zurückgeben." 1. Mose 28,20-22 (Hoffnung für alle)


1932 gab es in Deutschland Millionen Arbeitslose. Auch mein Vater fand in seinem Beruf als Autoschlosser keine Arbeit. Deshalb ging er als Hausierer von Haus zu Haus. Er hatte durch meine Mutter die Adventisten kennengelernt, war aber damals noch nicht getauft. Eines Tages sagte sie zu ihm: "Konrad, du solltest Gott von deinem Einkommen den Zehnten geben - auch wenn es gering ist." Als er nicht einverstanden war und sich darauf berief, kein Adventist zu sein, sagte sie: "Du wirst in der nächsten Woche keinen Segen haben." Und so geschah es tatsächlich: Die Woche verging, ohne dass mein Vater irgendetwas verkauft hatte.

Am Freitagmittag saß er entmutigt auf einer Bank am Waldrand und dachte über die Ursachen seines Misserfolgs nach. Da fielen ihm die Worte meiner Mutter ein: "Du wirst keinen Segen haben." Mein Vater erzählte mir später oft, was dann geschah.

Er ging ein Stück in den Wald hinein, kniete nieder und betete: "Gott, wenn das wahr ist, was meine Frau glaubt, und wenn du möchtest, dass ich dir den Zehnten gebe, dann hilf mir, an diesem Nachmittag im nächsten Dorf so viel zu verkaufen, dass meine Familie davon übers Wochenende leben kann."

Das Wunder geschah: Mein Vater verkaufte in wenigen Stunden mehr, als er sonst in einer ganzen Woche verkaufte. Nach dieser Erfahrung vertraute er Gott sein Leben an. Er wurde ein treuer Adventist, der bis zu seinem Tode mehr als sechs Jahrzehnte lang Gott den Zehnten von seinem Einkommen gab.

Die Worte unseres Andachtstextes sprach Jakob, als er auf der Flucht vor seinem Bruder Esau war, den er um dessen Erstgeburtssegen gebracht hatte. Jakob machte endlich den Herrn zu seinem persönlichen Gott und auch er erlebte, wie Gott sich zu ihm bekannte und ihn reichlich segnete - trotz der Fehler, die er immer wieder machte.

Von früher Kindheit an prägte mir mein Vater die Worte aus Sprüche 3,9 ein: "Ehre den HERRN mit deinem Gut und mit den Erstlingen [ersten Teil] all deines Einkommens." Ich habe diesen Rat stets beachtet und den reichen Segen Gottes bis heute erfahren. Darum ermutige ich immer wieder Menschen, Gott als dem Schöpfer und Erhalter ihres Lebens treu den Zehnten zu geben, ihn dadurch zu ehren und ihm den Dank abzustatten, der ihm gebührt.

Helmut Mayer


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