Quelle: http://www.dasgeheimnis.de/web/offenbarung_4.htm

Offenbarung 4/5

Offenbarung 4,1-3 Danach sah ich, und siehe, eine Tür war aufgetan im Himmel, und die erste Stimme, die ich mit mir hatte reden hören wie eine Posaune, die sprach: Steig herauf, ich will dir zeigen, was nach diesem geschehen soll. Alsbald wurde ich vom Geist ergriffen. Und siehe, ein Thron stand im Himmel, und auf dem Thron saß einer. Und der da saß, war anzusehen wie der Stein Jaspis und Sarder; und ein Regenbogen war um den Thron, anzusehen wie ein Smaragd.
 
  Die nächste 7er-Reihe in der Offenbarung - die sieben Siegel - beginnen ebenfalls mit einer Heiligtumsszene. Dabei hört Johannes wieder dieselbe Stimme wie in Offenbarung 1,10. Der auf dem Thron sitzt ist Gott Vater, da in Offenbarung 5,6 zusätzlich noch Jesus Christus erwähnt wird, wie er zwischen dem Thron und den Ältesten steht.

Johannes versucht an dieser Stelle mit irdischen Mitteln die Schönheit Gottes zu beschreiben. Der Regenbogen, ein Zeichen der Gnade, nach der Sintflut von Gott in den Himmel gesetzt, ist ein Zeichen dafür, dass Gott die Welt nie wieder durch eine Flut richten wird (1.Mose 7,13.14).

 
Offenbarung 4,4 Und um den Thron waren vierundzwanzig Throne, und auf den Thronen saßen vierundzwanzig Älteste, mit weißen Kleidern angetan, und hatten auf ihren Häuptern goldene Kronen.
 
  Während die Bibel nicht genau erklärt, wer diese 24 Ältesten sind, können wir doch versuchen, eine Auslegung zu machen.

Die 24 Ältesten tragen weiße Kleider und goldene Kronen. Ein weißes Kleid ist in der Regel ein Symbol dafür, dass jemand durch das Opfer Jesu durch Bekennen seiner Schuld von seinen Sünden reingewaschen wurde (vgl. Offenbarung 3,5). Die Kronen stellen nach Offenbarung 2,10 vermutlich Siegeskronen dar, d.h. sie haben durch Jesus überwunden.

Interessant ist auch, dass diese 24 Ältesten erwähnt werden, bevor Jesus das Buch mit den sieben Siegeln öffnet (vgl. Offenbarung 5,1). Wie wir in Offenbarung 6 sehen werden, stellen die sieben Siegel sieben Abschnitte in der Geschichte des Volkes Gottes in der Zeit von Jesu Himmelfahrt bis zu seiner Wiederkunft dar. Daher müssen diese 24 Ältesten zeitlich gesehen schon vor der Wiederkunft Jesu vor dem Thron Gottes sein.

Nach Matthäus 27,52.53 sind bei der Auferstehung Jesu ebenfalls etliche aus den Gräbern auferstanden. Von daher könnten die 24 Ältesten Menschen sein, die bei der Auferstehung Jesu mit auferstanden sind und seitdem als Priester vor Gott dienen.

Hinweis: Nach Hebräer 8,5 war der Tempel in Jerusalem ein Abbild des himmlischen Tempels. In 1. Chronik 24,4.5 können wir nachlesen, dass aus Aarons Nachkommen ebenfalls 24 Priester zum Dienst am Heiligtum zugeordnet wurden.

 
Offenbarung 4,5-8 Und von dem Thron gingen aus Blitze, Stimmen und Donner; und sieben Fackeln mit Feuer brannten vor dem Thron, das sind die sieben Geister Gottes. Und vor dem Thron war es wie ein gläsernes Meer, gleich dem Kristall, und in der Mitte am Thron und um den Thron vier himmlische Gestalten, voller Augen vorn und hinten. Und die erste Gestalt war gleich einem Löwen, und die zweite Gestalt war gleich einem Stier, und die dritte Gestalt hatte ein Antlitz wie ein Mensch, und die vierte Gestalt war gleich einem fliegenden Adler. Und eine jede der vier Gestalten hatte sechs Flügel ...
 
  Blitze, Stimmen und Donner sind Elemente, die sich durch die Heiligtumsszenen in der Offenbarung ziehen (vgl. Offenbarung 8,5).

Die vier himmlischen Gestalten ähneln sehr der Beschreibung der Cherobim (Thronengel) in Hesekiel 1,4-6 und Hesekiel 10. Allerdings haben diese Cherobim (= mächtig, groß. stark) nur vier Flügel, während die vier Gestalten hier sechs Flügel haben. In Jesaja finden wir eine weitere Beschreibung von Thronengeln:

Jesaja 6,1-3 In dem Jahr, als der König Usija starb, sah ich den Herrn sitzen auf einem hohen und erhabenen Thron, und sein Saum füllte den Tempel. Serafim standen über ihm; ein jeder hatte sechs Flügel: mit zweien deckten sie ihr Antlitz, mit zweien deckten sie ihre Füße, und mit zweien flogen sie. Und einer rief zum andern und sprach: Heilig, heilig, heilig ist der HERR Zebaoth, alle Lande sind seiner Ehre voll!

Wir können folglich davon ausgehen, dass es sich bei den vier Gestalten um Serafim (= strahlend, feurig, glänzend) handelt, die eine besondere Rolle bei den Siegeln, den Posaunen und den Plagen spielen.

Das tierische Aussehen der Seraphim soll sicherlich deren Eigenschaften deutlich machen:

  • Löwe = Würde, Macht und Gefahr
  • Stier = Stärke und Ausdauer
  • Mensch = Intelligenz und Weisheit
  • Adler = Schnelligkeit, Umsicht und Übersicht


 
Offenbarung 4,8-11 Und eine jede der vier Gestalten hatte sechs Flügel, und sie waren außen und innen voller Augen, und sie hatten keine Ruhe Tag und Nacht und sprachen: Heilig, heilig, heilig ist Gott der Herr, der Allmächtige, der da war und der da ist und der da kommt. Und wenn die Gestalten Preis und Ehre und Dank gaben dem, der auf dem Thron saß, der da lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit, fielen die vierundzwanzig Ältesten nieder vor dem, der auf dem Thron saß, und beteten den an, der da lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit, und legten ihre Kronen nieder vor dem Thron und sprachen: Herr, unser Gott, du bist würdig, zu nehmen Preis und Ehre und Kraft; denn du hast alle Dinge geschaffen, und durch deinen Willen waren sie und wurden sie geschaffen.


 
  Die Bibel betont an mehreren Stellen, dass wir Menschen nicht aus Zufall entstanden sind, sondern dass wir von einem liebenden Gott erschaffen wurden (vgl. Evolution vs. Schöpfung). Aus diesem Grund gebietet uns Gott auch im 4. Gebot den Sabbat zu heiligen. Er ist ein Gedenktag an die Schöpfung und schafft Raum zur Anbetung Gottes (vgl. Der Ruhetag Gottes). Für dieses Werk der Schöpfung gebührt Gott Preis und Ehre (vgl. Jesus als Schöpfer). Aus demselben Grund beten auch die im Himmel ihren Schöpfer an.

Hinweis: Der 7. Tag ist laut Bibel nicht der Sonntag (vgl. Der Ruhetag Gottes). Viele Kirchen halten den Sonntag als Ruhetag und rechtfertigen dies damit, dass Jesus am 1. Tag der Woche auferstanden ist. Doch dies gebietet uns die Bibel nicht, sondern wir sollen am Sabbat der Schöpfung gedenken (vgl. 2. Mose 20,8-11)!

 
Offenbarung 5,1-6 Und ich sah in der rechten Hand dessen, der auf dem Thron saß, ein Buch, beschrieben innen und außen, versiegelt mit sieben Siegeln. Und ich sah einen starken Engel, der rief mit großer Stimme: Wer ist würdig, das Buch aufzutun und seine Siegel zu brechen? Und niemand, weder im Himmel noch auf Erden noch unter der Erde, konnte das Buch auftun und hineinsehen. Und ich weinte sehr, weil niemand für würdig befunden wurde, das Buch aufzutun und hineinzusehen. Und einer von den Ältesten spricht zu mir: Weine nicht! Siehe, es hat überwunden der Löwe aus dem Stamm Juda, die Wurzel Davids, aufzutun das Buch und seine sieben Siegel. Und ich sah mitten zwischen dem Thron und den vier Gestalten und mitten unter den Ältesten ein Lamm stehen, wie geschlachtet; es hatte sieben Hörner und sieben Augen, das sind die sieben Geister Gottes, gesandt in alle Lande.
 
  Gott Vater, der auf dem Thron sitzt, hält ein äußerst wichtiges Buch in seinen Händen: das Buch mit den sieben Siegeln. Doch nur das Lamm ist würdig, das Buch zu öffnen, Warum?

Das Lamm ist in der Bibel ein Symbol für Jesus (vgl. Johannes 1,29). Durch das geschlachtete Lamm wird auf den Kreuzestod Jesu verwiesen. Dieses Opfer befähigt Jesu, der jetzt im Himmel als Löwe Macht und Stärke ausdrückt, die Siegel zu öffnen.

Interessant ist, dass hier die sieben Geister Gottes erwähnt werden, die in alle Lande gesandt werden. Diese sieben Geister, offensichtlich ein Symbol für den heiligen Geist, der den sieben Gemeinden aus Offenbarung 2/3 zur Verfügung steht, wurden damals an Pfingsten ausgegossen. In Apostelgeschichte 2,33 verbindet Petrus die Inthronisation Jesu mit der Ausgießung des heiligen Geistes an Pfingsten. In dieser Heiligtumsszene, bei der Jesus zum Vater kommt und somit nach Kreuzestod und Auferstehung inthronisiert wird, wird deutlich, dass das Opfer Jesu mit Feuer vom Himmel durch die Ausgießung des heiligen Geistes durch feurige Zungen von Gott angenommen und bestätigt wurde. Ab 31. n. Chr. fängt Christus nun an, die Schriftrolle zu öffnen. Die Schriftrolle beschreibt damit die Geschichte der Gemeinde Jesu. Die sieben Siegel stellen dabei sieben geschichtliche Zeitabschnitte dar, die in Offenbarung 6 beschrieben sind.

Hinweis: Sünde ist nach Jesaja 59,2 Trennung von Gott. Weil jeder Mensch sündigt, haben wir uns alle von Gott getrennt und müssten deshalb den ewigen Tod sterben. Doch der Sohn Gottes wurde Mensch und starb am Kreuz für unsere Sünden, damit nicht wir die Schuld unserer Verfehlungen tragen müssen. Wenn wir nun unsere Sünden Jesus bekennen, so vergibt er uns. Sein Blut, das er am Kreuz für uns vergossen hat, reinigt uns von all unserer Schuld.

Wer seine Sünden bekennt und sich trotzdem nicht besser fühlt, dem sei gesagt, dass Sündenbekenntnis nichts mit Gefühlen zu tun hat. Wenn die Bibel uns sagt, dass wir von unsere Sünden befreit werden, wenn wir sie bekennen, so können wir davon ausgehen, dass dies auch so ist! Auch wenn wir es nicht fühlen (vgl. 1. Johannes 1,9).

 
Offenbarung 5,7-10 Und es kam und nahm das Buch aus der rechten Hand dessen, der auf dem Thron saß. Und als es das Buch nahm, da fielen die vier Gestalten und die vierundzwanzig Ältesten nieder vor dem Lamm, und ein jeder hatte eine Harfe und goldene Schalen voll Räucherwerk, das sind die Gebete der Heiligen, und sie sangen ein neues Lied: Du bist würdig, zu nehmen das Buch und aufzutun seine Siegel; denn du bist geschlachtet und hast mit deinem Blut Menschen für Gott erkauft aus allen Stämmen und Sprachen und Völkern und Nationen und hast sie unserm Gott zu Königen und Priestern gemacht, und sie werden herrschen auf Erden.
 
  Wie wir im vorherigen Vers schon diskutiert haben, sind alle Menschen Sünder (vgl. Römer 3,10). Ohne Jesus wären wir alle verloren, da wir nichts zu unserer Erlösung beitragen können. Durch seinen Tod und mit seinem Blut hat er uns aber erkauft. Dadurch, dass Jesus ohne Sünde war, können wir uns wieder Gott nähern. Gott versöhnte die Welt durch Jesus mit sich selber (vgl. 2. Korinther 5,19). Wenn wir nun Jesus annehmen, so dürfen wir uns wieder Gott nähern und werden so zu Priestern.

Hinweis: Wir brauchen nicht einen Priester, um uns Gott zu nähern, sondern durch den Tod Jesu werden wir selber zu Priestern, weil wir uns Gott wieder durch Jesus nähern dürfen.

 
Offenbarung 5,11-14 Und ich sah, und ich hörte eine Stimme vieler Engel um den Thron und um die Gestalten und um die Ältesten her, und ihre Zahl war vieltausendmal tausend; die sprachen mit großer Stimme: Das Lamm, das geschlachtet ist, ist würdig, zu nehmen Kraft und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Preis und Lob. Und jedes Geschöpf, das im Himmel ist und auf Erden und unter der Erde und auf dem Meer und alles, was darin ist, hörte ich sagen: Dem, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm sei Lob und Ehre und Preis und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Und die vier Gestalten sprachen: Amen! Und die Ältesten fielen nieder und beteten an.
 
  Vieltausendmal tausend entspricht, wenn man es mathematisch betrachtet, Millionen von Engeln. Im Himmel muss es demnach eine unzählige Menge an Engeln geben, die alle Gott dienen.