Quelle: http://www.dasgeheimnis.de/web/offenbarung_7.htm

Offenbarung 7

Dieses Kapitel schließt inhaltlich direkt an das vorhergehende Kapitel an und gibt uns die Antwort auf die Frage in Offenbarung 6,17, wer bei der Wiederkunft Jesu, dem großen Tag des Zorns, bestehen kann. Damit stellt dieses Kapitel einen Einschub zwischen dem sechsten und siebten Siegel dar.

Offenbarung 7,1 Danach sah ich vier Engel stehen an den vier Ecken der Erde, die hielten die vier Winde der Erde fest, damit kein Wind über die Erde blase noch über das Meer noch über irgendeinen Baum.
 
  Winde stehen in der biblischen Prophetie für Krieg und Zerstörung. Z. B. wüteten in Daniel 7 vier Winde auf dem großen Meer, woraus vier Weltreiche entstanden. Die vier Ecken der Erde stellen sicherlich die vier Himmelsrichtungen dar. Erde und Meer sind eine Anspielung auf die endzeitlichen Mächte, die gegen Gottes Volk agieren werden. Offenbarung 12,12 zeigt, dass Satan Erde und Meer beeinflussen wird. Als Ergebnis entsteht gemäß Offenbarung 13 das Meer-Tier und das Erden-Tier. Beides politische Mächte, die letztendlich Gottes feindliche Mächte sind oder noch werden.

In Lukas 3,9 wendet Jesus das Bild vom Fällen der Bäume auf die Juden an. Sie sollten gefällt werden, wenn sie nicht Buße tun. Bäume stellen deshalb vermutlich ein Symbol für die Religionen dar, welche sich nach Offenbarung 17 im endzeitlichen Babylon formieren werden, um gegen Jesus und seine Nachfolger zu kämpfen.

Warum die Engel die globalen Veränderungen und Zerstörungen zurückhalten, erfahren wir in den nächsten Versen.

 
Offenbarung 7,2-8 Und ich sah einen anderen Engel aufsteigen vom Aufgang der Sonne her, der hatte das Siegel des lebendigen Gottes und rief mit großer Stimme zu den vier Engeln, denen Macht gegeben war, der Erde und dem Meer Schaden zu tun: Tut der Erde und dem Meer und den Bäumen keinen Schaden, bis wir versiegeln die Knechte unseres Gottes an ihren Stirnen. Und ich hörte die Zahl derer, die versiegelt wurden: hundertvierundvierzigtausend, die versiegelt waren aus allen Stämmen Israels: aus dem Stamm Juda zwölftausend versiegelt, aus dem Stamm Ruben zwölftausend, aus dem Stamm Gad zwölftausend, aus dem Stamm Asser zwölftausend, aus dem Stamm Naftali zwölftausend, aus dem Stamm Manasse zwölftausend, aus dem Stamm Simeon zwölftausend, aus dem Stamm Levi zwölftausend, aus dem Stamm Issachar zwölftausend, aus dem Stamm Sebulon zwölftausend, aus dem Stamm Josef zwölftausend, aus dem Stamm Benjamin zwölftausend versiegelt.
 
  Bevor die Winde losgelassen werden, findet die Versiegelung des Volkes Gottes statt. Die Bibel nennt sie die 144000. Die Gläubigen bekommen auf die Stirn das Siegel Gottes. Dieses Siegel ist nach Offenbarung 14,1 der Name des Vaters und des Lammes. Der Name Gottes ist allerdings Ausdruck seines Charakters (vgl. Das Malzeichen des Tieres). Es geht bei der Versiegelung also darum, dass das Volk Gottes Christus immer ähnlicher geworden ist und deshalb einen vollkommenen Charakter entwickelt hat. Solange dies aber nicht geschehen ist, werden die letzten Ereignisse von Gott zurückgehalten:

2. Petrus 3,9 Der Herr verzögert nicht die Verheißung, wie es einige für eine Verzögerung halten; sondern er hat Geduld mit euch und will nicht, daß jemand verloren werde, sondern daß jedermann zur Buße finde.

Wenn die Versiegelung abgeschlossen ist, wenn Gottes Volk Buße getan hat, wenn es aus Babylon, der Summe aller falschen Religionen, herausgekommen ist (vgl. Offenbarung 18,1.2.4), dann werden die Winde losgelassen, die dafür sorgen werden, dass dem Meer, der Erde und den Bäumen Schaden zugefügt wird. Welcher Schaden das sein wird, erklären folgende Hinweise:

  • Es geht ja um die Frage, wer bei der Wiederkunft bestehen kann. Deshalb sind alle Ereignisse in diesen Kontext einzuordnen.
  • Der Engel kommt vom Aufgang der Sonne her. Dieselbe Formulierung taucht auch in der 6. Plage auf:

    Offenbarung 16,12 Und der sechste Engel goß aus seine Schale auf den großen Strom Euphrat; und sein Wasser trocknete aus, damit der Weg bereitet würde den Königen vom Aufgang der Sonne.

Es geht also um die Ausgießung der sieben letzten Plagen, die die Wiederkunft Jesu einläuten werden. Das Volk Gottes, die 144000, werden die Zeit der Plagen miterleben. Aber ihnen wird nichts geschehen! Denn Gott hat es versprochen:

Psalm 91,7 Wenn auch tausend fallen zu deiner Seite und zehntausend zu deiner Rechten, so wird es doch dich nicht treffen.

Eine genaue Beschreibung der Merkmale der 144000, was sich hinter dieser symbolischen Zahl verbirgt und des Siegels Gottes findet sich hier: "Die 144000".

Alle, die das Siegel Gottes erhalten, werden bei der Wiederkunft Jesu bestehen. So wie damals kurz vor dem Auszug des Volkes Israel aus Ägypten alle ein Zeichen an ihre Tür machen mussten, um nicht von der zehnten Plage betroffen zu sein, so werden die 144000 ein Zeichen erhalten, dass sie vor den letzten Plagen, die über diese Erde ergehen werden (vgl. Offenbarung 15/16), bewahren wird.

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Offenbarung 7,9-12 Danach sah ich, und siehe, eine große Schar, die niemand zählen konnte, aus allen Nationen und Stämmen und Völkern und Sprachen; die standen vor dem Thron und vor dem Lamm, angetan mit weißen Kleidern und mit Palmzweigen in ihren Händen, und riefen mit großer Stimme: Das Heil ist bei dem, der auf dem Thron sitzt, unserm Gott, und dem Lamm! Und alle Engel standen rings um den Thron und um die Ältesten und um die vier Gestalten und fielen nieder vor dem Thron auf ihr Angesicht und beteten Gott an und sprachen: Amen, Lob und Ehre und Weisheit und Dank und Preis und Kraft und Stärke sei unserm Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.
 
  Nun sieht Johannes eine große Schar, die niemand zählen konnte. Während die Versiegelung der 144000 aus allen Stämmen Israels vor der Wiederkunft Jesu stattfindet und er auch nur davon hört, wird ihm nun die große Schar vor dem Thron Gottes gezeigt. Die Szene spielt also nach der Wiederkunft Jesu. Dabei stellt sich jetzt folgende Frage:

Sind es zwei Gruppen oder nur eine?

Aus den vielen Hinweisen, die wir schon haben und noch bekommen werden, können wir ziemlich sicher sagen, dass es sich vom Ende her betrachetet, also aus der Sicht nach der Wiederkunft, bei den 144000 und der großen Schar um ein und dieselbe Gruppe handelt! Nach Galater 3,29 und Galater 6,16 ist Israel im NT ein Symbol für die Gemeinde Jesu. Aber immer stellt es in der Schrift Gottes Volk dar, das die Wahrheit über den Erlösungsplan besaß!

Hinweis: Das Volk Gottes zur Zeit des AT war dadurch ausgezeichnet, dass es sich im Glauben auf das kommende Opfer des Messias verließ. Sinnbildlich opferten die Gläubigen fehlerlose Tiere - ein Symbol für das sündlose Leben Jesu - für ihre Sünden. Als aber Jesus am Kreuz starb, welcher das Lamm ist, das der Welt Sünde trägt, hatten die alttestamentlichen Opfer ihre Aufgabe erfüllt. Von nun an galt es für das Volk Gottes daran zu glauben, dass Jesus der nach Daniel 9 exakt zeitlich vorhergesagte Messias war.

Während die Gruppe der 144000 symbolisch aus dem geistlichen Israel besteht und damit aus der weltweiten Gemeinde Jesu, kommt die große Schar aus allen Nationen, Sprachen und Völkern und damit ebenfalls aus aller Welt.

Wichtig ist, dass die 144000 diejenigen sind, die die Welt auf die Wiederkunft Jesu vorbereiten, indem sie die letzten drei Botschaften aus Offenbarung 14 an alle Nationen, Sprachen und Völker weitergeben:

  • Fürchtet Gott, gebt ihm die Ehre, glaubt nicht der Evolution, sondern betet Gott als Schöpfer des Himmels und der Erde an und haltet darum auch seinen Sabbat, weil das Gericht bereits begonnen hat
     
  • Babylon ist gefallen. Darum verlasst die gefallenen Kirchen auf der Stelle, sonst werden euch die Plagen treffen
     
  • Nehmt nicht das Malzeichen des Tieres an, sondern haltet die Gebote Gottes so, wie sie in der Bibel stehen!


Die große Schar stellen dann die Menschen dar, die diese letzten Botschaften gehört und deshalb Babylon verlassen haben, um sich mit den 144000 zu verbünden, damit die Botschaften noch stärker verkündigt wird. Die Palmzweige sind ein Zeichen des Sieges und der Überwindung der Welt. In Johannes 12,13 nahmen die Menschen beim Einzug Jesu in Jerusalem Palmzweige in die Hand, um damit ihrer Freude Ausdruck zu verleihen, dass Jesus nun sein Reich aufrichten würde. Doch Jesu Reich war nicht von dieser Welt.

Die weißen Kleider stellen die Gerechtigkeit Jesu dar, die ein Sünder von Gott verliehen bekommt, wenn er zu Gott umkehrt, also Buße tut, und seine Sünden bekennt und lässt (vgl. Offenbarung 3,5).

 
Offenbarung 7,13.14 Und einer der Ältesten fing an und sprach zu mir: Wer sind diese, die mit den weißen Kleidern angetan sind, und woher sind sie gekommen? Und ich sprach zu ihm: Mein Herr, du weißt es. Und er sprach zu mir: Diese sind's, die gekommen sind aus der großen Trübsal und haben ihre Kleider gewaschen und haben ihre Kleider hell gemacht im Blut des Lammes.
 
  Einer der Ältesten fragt nun Johannes, wer denn die große Schar ist, die mit weißen Kleidern angetan ist. Man muss sich an dieser Stelle fragen, warum Johannes überhaupt diese Frage gestellt wird. Hätte er es wissen können? Wenn nicht, dann würde die Frage wohl keinen Sinn ergeben. Aber Johannes weiß es nicht. Deshalb antwortet er: "Herr, du weißt es".

Die große Schar kommt aus der großen Trübsal. Diese Trübsal findet nach Daniel 12,1 am Ende der Zeit statt. Am Ende der Zeit leben aber die 144000, welche die Plagen durchleben und nach 1. Thessalonicher 4,16.17 lebendig bei der Wiederkunft Jesu verwandelt werden. Aus diesem Grund hätte Johannes die Frage beantworten können. Er hatte allerdings von den 144000 nur gehört, während er die große Schar gesehen hat. Die 144000 sind diejenigen, die die Menschen rufen. Die große Schar wurde gerufen. Aber nachdem sie gerufen wurde, ruft sie ebenfalls. So werden die 144000 zur großen Schar anwachsen, die niemand zählen kann.

 
Offenbarung 7,15-17 Darum sind sie vor dem Thron Gottes und dienen ihm Tag und Nacht in seinem Tempel; und der auf dem Thron sitzt, wird über ihnen wohnen. Sie werden nicht mehr hungern noch dürsten; es wird auch nicht auf ihnen lasten die Sonne oder irgendeine Hitze; denn das Lamm mitten auf dem Thron wird sie weiden und leiten zu den Quellen des lebendigen Wassers, und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen.
 
  Dadurch, dass die große Schar die große Trübsalzeit durchlebt hat, hat sie gesehen, wie die Erde von den sieben letzten Plagen (vgl. Offenbarung 15/16) durch Hungersnot und Seuchen verwüstet wurde. Die große Schar hat miterlebt, wie die Sonne die Menschen mit großer Hitze quälte. Und sie selbst haben Leiden, Hunger und Durst erduldet und haben gesehen, wie viele Menschen umgekommen sind. Aber nun soll das alles ein Ende haben. Gott verspricht seinem Volk, dass alle diese Dinge nicht mehr sein werden. Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen.