Quelle: http://www.dasgeheimnis.de/web/offenbarung_17.htm

Offenbarung 17

Offenbarung 17,1.2 Und es kam einer von den sieben Engeln, die die sieben Schalen hatten, redete mit mir und sprach: Komm, ich will dir zeigen das Gericht über die große Hure, die an vielen Wassern sitzt, mit der die Könige auf Erden Hurerei getrieben haben; und die auf Erden wohnen, sind betrunken geworden von dem Wein ihrer Hurerei.
 
  Einer der sieben Engel, die in Offenbarung 15/16 die sieben letzten Plagen ausgießen, kommt nun zu Johannes, um ihm das Gericht über die Hure zu zeigen. Von daher wollen wir nun anhand der Bibel überlegen, wer oder was die Hure ist. Dazu betrachten wir folgenden Text:

2. Korinther 11,2 Denn ich eifere um euch mit göttlichem Eifer; denn ich habe euch verlobt mit einem einzigen Mann, damit ich Christus eine reine Jungfrau zuführte.

Eine reine Jungfrau stellt also symbolisch die Gemeinde Jesu dar. In Offenbarung 12 wird die wahre Gemeinde Jesu sogar als Frau mit der Sonne bekleidet dargestellt. Wenn nun die reine Frau die Gemeinde Gottes darstellt, dann muss es sich bei der Hure um das Gegenteil, also um eine abgefallene Gemeinde handeln, die nicht mehr allein Jesus als ihrem Bräutigam folgt. Im Alten Testament wurde der Begriff Hure oft für das Volk Israel gebraucht, wenn es Gott untreu war (vgl. Hes 23,1-21).

Hesekiel 23,2-4 Du Menschenkind, es waren zwei Frauen, Töchter einer Mutter. Die wurden Huren in Ägypten ... Die große hieß Ohola und ihre Schwester Oholiba. ... Ohola ist Samaria und Oholiba Jerusalem.

Da gemäß Offenbarung 17,15 Wasser ein Symbol für Völker ist, folgt daraus, dass diese abgefallene Gemeinde oder Kirche in vielen Ländern vertreten ist. So wie das alttestamentliche Babylon am Euphrat lag, so befindet sich auch diese Hure - später als Babylon benannt - an vielen Wassern.

Eine weitere Eigenschaft dieser Hure ist, dass die Könige auf Erden mit ihr Hurerei treiben. Die abgefallene Gemeinde geht folglich eine verbotene Verbindung zwischen Kirche und Staat ein. Sie versucht nicht, allein ihrem Herrn und Erlöser zu folgen, sondern nimmt den angebotenen weltlichen Beistand an, um ihre Ziele zu verwirklichen. Der Wein ihrer Hurerei stellt dabei die falschen Lehren dar, mit der sie die Menschen auf Erden betrunken macht und somit verführt.

Hinweis: Bei dem hier erwähnten Gericht geht es nicht so sehr um das ausgeführte Gericht, sondern viel mehr um die Gerichtsakten, die zur Verurteilung führen. Das im Griechischen an dieser Stelle verwendete Wort "krima" bedeutet im Grundtext u. a. "Urteilsbegründung" und deshalb zeigt Kapitel 17 die Schandtaten der Hure auf, die zu ihrer Verurteilung führen.

 
Offenbarung 17,3-6 Und er brachte mich im Geist in die Wüste. Und ich sah eine Frau auf einem scharlachroten Tier sitzen, das war voll lästerlicher Namen und hatte sieben Häupter und zehn Hörner. Und die Frau war bekleidet mit Purpur und Scharlach und geschmückt mit Gold und Edelsteinen und Perlen und hatte einen goldenen Becher in der Hand, voll von Greuel und Unreinheit ihrer Hurerei, und auf ihrer Stirn war geschrieben ein Name, ein Geheimnis: das große Babylon, die Mutter der Hurerei und aller Greuel auf Erden. Und ich sah die Frau, betrunken von dem Blut der Heiligen und von dem Blut der Zeugen Jesu. Und ich wunderte mich sehr, als ich sie sah.
 
  Der Engel führt nun Johannes im Geist in die Wüste. Er zeigt ihm die Hure, wie sie auf einem Tier sitzt, das ganz ähnlich aussieht, wie der rote Drache aus Offenbarung 12. Da die Wüste ein Ort der Gefahren mit lebensbedrohlichen Bedingungen darstellt, können wir davon ausgehen, dass die Hure auf dem Tier für das Volk Gottes sehr gefährlich ist. Zumal das alttestamentliche Israel auf seiner Reise von Ägypten ins gelobte Land durch die Wüste zog. So wie das fleischliche Israel befindet sich auch das geistliche Israel symbolisch in der Wüste vor ihrem Einzug ins himmlische Kanaan. Und wo das Volk Gottes ist, da ist Satan nicht weit.

Hinweis: Die Wüste ist der symbolische Ort der Prüfung, der Schwierigkeit, der Versuchung: Jesus in der Wüste der Versuchung für 40 Tage, das Volk Israel in der Wüste der Schwierigkeit für 40 Jahre, Mose in der Wüste für 40 Jahre, wo er alles zurücklassen musste, was er in Ägypten gelernt hatte, um Gott nützlich sein zu können und Gottes Volk zu führen.

Die Frau ist bekleidet mit Purpur und Scharlach und ist mit Gold und Edelsteinen geschmückt. Die Farbe scharlachrot ist z. B. nach Jesaja 1,18 eine Farbe für die Sünde, so wie in Offenbarung 12,3 Satan, der Urheber der Sünde, als roter Drache dargestellt ist. Der Purpur, das Gold, die Perlen und die Edelsteine deuten auf das königliche Gepränge, den Prunk und den Stolz dieser abgefallenen Kirche hin. Das Ablegen von Schmuck ist in der Bibel z. B. nach 2. Mose 33,4 ein Symbol für Demut. Diese Kirche allerdings stellt sich nicht unter den Willen Gottes.

Der goldene Becher, den die Hure in der Hand hält und den sie der Welt anbietet, stellt die falschen Lehren über die Erlösung dar, mit denen sie die Welt verführt. Freundschaft mit der Welt verdirbt immer den Glauben und übt ihrerseits einen verderblichen Einfluss auf die Welt aus. Da Lehren verbreitet werden, die den deutlichsten Aussagen der Bibel widersprechen, wird den Menschen der Zugang zu ihrem Erlöser verwehrt. Es ist die Zeit, in der die Menschen gelehrt werden, ihren Glauben mehr auf die Glaubensbekenntnisse und die Satzungen/Traditionen der Kirche zu gründen, als auf das Wort Gottes. Es ist die Zeit, in der Bibel gläubige Menschen als religiöse Fundamentalisten verschrien werden. Äußerlich betrachtet sind es sicherlich anziehende Lehren, so wie der goldene Becher anziehend wirkt. Doch im Inneren befinden sich nur Greuel und Unreinheit ihrer Hurerei.

Hinweis: Das griechische Wort für Kelch und Becher ist ein und dasselbe Wort. Während wahre Christen sich beim Feiern des Abendmahls bewusst machen, dass ihre Erlösung einzig und allein von Jesus Christus abhängt und sie sich erneut ihre Sünden "abwaschen" lassen, ist der goldene Becher ein deutlicher Hinweis, dass die Hure den Menschen ein anderes Evangelium anbietet: Selbsterlösung durch Werke. Die Hure ist stolz auf ihr Tun und nicht dankbar für die Gnade Gottes in Jesus Christus.

Hinweis: Die Thyatira-Gemeinde aus Offenbarung 2,20.24 gibt eine wichtigen Hinweis, dass geistliche Hurerei immer mit falschen Lehren einhergeht.

Was hat es aber mit dem Namen "Babylon" auf sich, der auf ihrer Stirn steht?

Das alttestamentliche Babylon hatte seinen Anfang mit der Stadt Babel. Beim Turmbau zu Babel wollten sich die Menschen von Gott unabhängig machen und sich gegen ihn auflehnen. Doch Gott griff ein und verwirrte ihre Sprachen. In Jesaja 13,18-22 wird vorhergesagt, dass diese Stadt zerstört und nie wieder aufgebaut werden würde. Da diese Stadt wie vorhergesagt bis heute nicht mehr aufgebaut wurde, kann es sich also bei dem hier erwähnten Babylon nicht um das alttestamentliche Babylon handeln. Im Neuen Testament taucht der Begriff erstmals an dieser Stelle auf:

1. Petrus 5,13 Es grüßt euch aus Babylon die Gemeinde, die mit euch auserwählt ist ...

Bibelausleger gehen davon aus, dass Petrus die Stadt Rom als Babylon bezeichnete, um sich vor etwaigen Verfolgern zu schützen. Ansonsten kommt der Begriff Babylon nur noch in der Offenbarung vor und dort steht er symbolisch für die abgefallenen Kirchen und Religionen. Darum wird es auch als das "große Babylon" bezeichnet.

Hinweis: Schon Ende des 12. Jhdt deutete Joachim von Fiore das symbolische Babylon auf das päpstliche Rom. Auch der römische Dichter Dante stellt die römische Kirche in der "Göttlichen Komödie" als unzüchtiges Weib dar.

Die Bibel geht aber noch einen Schritt weiter und nennt Babylon die Mutter aller Greuel auf Erden. Was hat das zu bedeuten?

Wenn wir 1. Mose 4 anschauen, so war schon der erste Mord auf Erden zwischen Kain und Abel eine Folge religiöser Auseinandersetzungen. Durch die Sünde Adams und Evas wurden die Menschen aus dem Paradies vertrieben und standen fortan unter der Macht des Todes. Die einzige Rettung, die wir Menschen seit dem Sündenfall haben, ist die, dass ein Stellvertreter die Schuld und die Strafe für unsere Übertretungen des Gesetzes Gottes auf sich nimmt. Sogleich nach dem Sündenfall wurde der von Gott ersinnte Erlösungsplan in Kraft gesetzt. Dieser Erlösungsplan sieht vor, dass sich der Sohn Gottes, der Schöpfer und Erhalter aller Dinge (vgl. Jesus als Schöpfer), stellvertretend für die Sünden der ganzen Menschheit opfern würde. Um auf dieses große Opfer hinzudeuten, wurden Tieropfer eingeführt. Diese Tieropfer sollten den Menschen verdeutlichen, dass der einzige Weg zurück zu Gott nur über das Lamm Gottes geht, das der Welt Sünde trägt. Später ging daraus der alttestamentliche Heiligtumsdienst hervor (vgl. Das himmlische Heiligtum). Kain wollte nun diesen Weg der Erlösung nicht gehen, sondern wollte sich lieber selbst erlösen, indem er die Früchte seiner Arbeit opferte und nicht das von Gott verlangte Opfertier darbrachte, das sinnbildlich auf den zukünftigen Erlöser am Kreuz verweisen sollte. In der Folge ermordete er seinen eigenen Bruder. Es war der Beginn des Kampfes zwischen den Menschen, die sich selbst erlösen und ihren eigenen Weg gehen wollen und denen, die sich auf Gott und das von ihm bestimmte Opfer verlassen.

Eine wichtige Frage lautet nun, ob Babylon nur die römische Kirche versinnbildlicht oder ob noch mehr dahinter steckt?

Offenbarung 14 enthält die Drei-Engels-Botschaft, die seit 1844 n. Chr. verkündet wird. Das Jahr 1844 ergibt sich deshalb, weil in diesem Jahr das himmlische Gericht begonnen hat, das Teil der ersten Engelsbotschaft ist (vgl. Das Gericht). Der zweite Engel warnt in Offenbarung 14,8 das Volk Gottes vor dem Fall Babylons. Wenn Babylon symbolisch nur für das päpstliche Rom stehen würde, dann müsste die Warnung vor dem Fall Babylons bereits früher erfolgt sein, denn Rom ist schon seit früher Zeit von der biblischen Lehre abgefallen. Dies ergibt sich Z. B. aus der Beschreibung des Meertieres aus Offenbarung 13. Da das Papsttum schon sehr früh gefallen war, der Fall Babylons aber erst seit 1844 n. Chr. verkündigt wird, kann sich Babylon daher nicht allein auf Rom beziehen!

Babylon wird der Sünde der gesetzeswidrigen Verbindung mit den "Königen auf Erden" angeklagt. Durch das Abweichen vom Herrn und die Verbindung mit den Heiden wurde die jüdische Gemeinde zur Zeit Hesekiels zu einer Hure. Rom, das auf gleiche Weise von der Bibel abwich, indem es die Unterstützung der weltlichen Mächte suchte, empfängt das gleiche Urteil. Babylon wird die Mutter der Hurerei genannt. Im Grundtext heißt es sogar Mutter der Huren. Unter den Töchtern müssen demnach Kirchen zu verstehen sein, welche an ihren Lehren und Überlieferungen festhalten und dem Beispiel Roms folgen, indem sie die biblische Wahrheit verlassen, um eine gesetzwidrige Verbindung mit der Welt zu schließen. Die Botschaft von Offenbarung 14,8, welche den Fall Babylons verkündigt, muss auf religiöse Gemeinschaften Anwendung haben, die einst rein waren, nun aber abgefallen sind. Da diese Botschaft im Anschluss an die Botschaft vom Gericht folgt, muss sie in den letzten Tagen verkündigt werden und kann deshalb nicht allein auf das päpstliche Rom Bezug haben, denn dieses war schon seit vielen Jahrhunderten in einem gefallenen Zustand.

Die heutige Zeit zeigt deutlich, wie sich diese Prophezeiung in der Ökumene (= Zusammenschluss der christlichen Kirchen) und im Synkretismus (= Vermischung von Religionen) erfüllt. Dogmen trennen - Liebe vereint. Die biblischen Wahrheiten scheinen für viele christliche Kirchen keine Rolle mehr zu spielen. Viele der protestantischen Kirchen folgen Roms Beispiel der ungesetzlichen Verbindung mit "den Königen der Erde". Die Staatskirchen durch ihre Beziehung zu den weltlichen Regierungen, und andere Gemeinschaften dadurch, dass sie die Gunst der Welt suchen. Der Ausdruck Babylon (= Verwirrung) kann mit Recht auf diese Gemeinschaften angewandt werden, da alle bekennen, ihre Lehren der Bibel zu entnehmen und doch in fast unzählige Sekten und Gruppierungen mit weit voneinander abweichenden Glaubensbekenntnissen und Theorien zersplittert sind.

Hinweis: Gerade das Projekt "Weltethos" macht deutlich, wohin die Welt steuert. Es wird versucht, eine Einheit der Religionen auf Grundlage des kleinsten gemeinsamen Nenners zu schaffen. Aber Einheit auf Kosten der Wahrheit ist genau das Gegenteil von dem, worum Jesus gebetet hat. Christus möchte die Einheit in der Wahrheit!

Gehen wir noch kurz auf die Verfolgung der Heiligen und der Zeugen Jesu ein.

Von Babylon wird behauptet, dass es die Nachfolger Jesu verfolgt. In Offenbarung 13,7 und Daniel 7,25 wird das päpstliche Rom als eine Macht beschrieben, die das Volk Gottes verfolgt. Die mittelalterliche Kirche erfüllte also diese Eigenschaft. Auch das endzeitliche Babylon wird dies erfüllen, da in Offenbarung 13,15 eine religiös-politische Machtstruktur beschrieben ist, die am Ende dafür sorgen wird, dass alle, die an den Geboten Gottes festhalten, getötet werden sollen (vgl. Das Malzeichen des Tieres). Es ist der Kampf am Ende der Zeit, bei dem Satan alle weltlichen Mächte und alle gefallenen Religionen mobilisieren wird, um gegen die Nachfolger Jesu vorzugehen. Der Zusammenschluss aller Religionen zu einer Welteinheitsreligion unter dem Vorsitz des Papsttums und der Zusammenschluss aller weltlichen Mächte zu einer Art neuen Weltordnung wird bis dahin abgeschlossen sein.

Betrachten wir nun das Tier, auf dem die Hure sitzt oder das die Hure trägt.

Nach Daniel 7,23 stellt ein Tier in der Prophetie eine politische Macht oder ein Königreich dar. An dieser Stelle aber erfahren wir lediglich, dass dieses Tier lästerliche Namen und sieben Häupter und zehn Hörner hat. Damit hat es ein ähnliches Aussehen wie der rote Drache aus Offenbarung 12 und das Meertier aus Offenbarung 13.

 
Offenbarung 17,7.8 Und der Engel sprach zu mir: Warum wunderst du dich? Ich will dir sagen das Geheimnis der Frau und des Tieres, das sie trägt und sieben Häupter und zehn Hörner hat. Das Tier, das du gesehen hast, ist gewesen und ist jetzt nicht und wird wieder aufsteigen aus dem Abgrund und wird in die Verdammnis fahren. Und es werden sich wundern, die auf Erden wohnen, deren Namen nicht geschrieben stehen im Buch des Lebens vom Anfang der Welt an, wenn sie das Tier sehen, daß es gewesen ist, und jetzt nicht ist und wieder sein wird.
 
  Betrachten wir nun das Tier genauer. Entscheidend ist, dass Johannes das Tier nicht mehr sieht, sondern dass es ihm von dem Engel erklärt wird. Das ist wichtig, um eine korrekte Auslegung machen zu können.

Im Kontext der Offenbarung stellt das Tier einen Gegenpol zu Gott dar. Denn in Offenbarung 1 wird Gott folgendermaßen beschrieben:

Offenbarung 1,4 Gnade sei mit euch und Friede von dem, der da ist und der da war und der da kommt

Das Tier hingegen "ist", "ist nicht" und "kommt aus dem Abgrund". Im Gegensatz zu Gott, der ewig bleibt, fährt das Tier dann aber in die Verdammnis. Bevor wir uns den Abgrund anschauen, versuchen wir eine zeitliche Einordnung des Tieres zu machen:

  • Die Hure Babylon ist eine endzeitliche Erscheinung
  • Da die Hure auf dem Tier sitzt, muss das Tier zu dieser Zeit existieren, denn nur so kann die Hure auf dem Tier sitzen
  • In der Audition - d. h. Johannes hört etwas, anstatt es zu sehen - wird kein Ereignis oder Zeitpunkt genannt. Das bedeutet, dass auch zur Zeit des Johannes im 1. Jhdt n. Chr. das Tier schon existiert haben muss.

    Hinweis: Das Wort "jetzt" bei "ist jetzt nicht" steht im Grundtext nicht da!

Jetzt schauen wir uns den Abgrund an, aus dem das Tier wieder aufsteigen wird. Das griechische Wort für Abgrund ist abyssos und bedeutet so viel wie leer, finster, wüst oder einfach nichts. Dieser Abgrund kommt in der Offenbarung an mehreren Stellen vor und hat immer mit Satan und seinem Wirken zu tun:

Offenbarung 9,1.11Satan als Engel des Abgrunds
Offenbarung 11,7Ein Tier aus dem Abgrund als französische Revolution (vgl. Offenbarung 11)
Offenbarung 20,1-3Satan wird für 1000 Jahre im Abgrund gefangen sein

Da das Offenbarung 11-Tier nicht zur Zeit des Johannes existierte, können diese beiden Tiere nicht identisch sein. Welches Königreich aber symbolisiert jetzt das Tier aus Offenbarung 17?

Dazu ein paar Fragen:

  • Welches Königreich existierte bereits zur Zeit des Johannes?
  • Welches Königreich wird auch noch vor der Wiederkunft Jesu existieren?
  • Welches Königreich stellt eine Gegenmacht zu Gott dar?
  • Welches Königreich verschwindet eine Zeit lang (ist nicht) und kommt dann wieder aus dem Abgrund hervor?
  • Welches Königreich ist selbst nicht Bestandteil des endzeitlichen Babylons (die Hure kann ja nicht auf sich selbst sitzen)?

Es gibt nur ein Königreich, das alle Kriterien erfüllt: Es ist Satans Königreich. Damit stellt das Tier Satan selbst dar:

  • Satan existierte schon zur Zeit des Johannes und wird auch noch am Ende am Wirken sein
  • Satan wird nach Offenbarung 20 für 1000 Jahren in den Abgrund geworfen werden (ist nicht)
  • Satan wird nach den 1000 Jahren aus dem Abgrund kommen und erneut versuchen, ein Königreich aufzurichten, in dem er die Völker verführen wird
  • Satan wird dann im Anschluss vernichtet werden (fährt in die Verdammnis)
  • In der Bibel wird Satan immer als die eigentliche Macht hinter den ganzen Königreichen genannt.

    Beispiele:
    -In Offenbarung 12,9 ist der rote Drache ein Symbol für Satan. Der Drache selbst symbolisiert aber auch das heidnische Rom
    -Das Meertier in Offenbarung 13,2 erhält seinen Thron vom Drachen
    -Das Erdentier in Offenbarung 13,11 redet wie ein Drache
    -In Hesekiel 28 wird Satan als König von Tyrus beschrieben
    -In Jesaja 14 wird Satan als König von Babel beschrieben

Das Tier symbolisiert Satans Königreich auf Erden, denn er ist der Fürst dieser Welt (vgl. Johannes 12,31). Aber König ist er nur für die, die auf Erden wohnen, d. h. die nicht Jesus als Erlöser angenommen haben. Für die Gläubigen ist Jesus der König aller Könige. Und als solcher wird er auch bald wiederkommen, um Satan und sein Reich zu zerstören (vgl. Offenbarung 19).

 
Offenbarung 17,9.10 Hier ist Sinn, zu dem Weisheit gehört! Die sieben Häupter sind sieben Berge, auf denen die Frau sitzt, und es sind sieben Könige. Fünf sind gefallen, einer ist da, der andre ist noch nicht gekommen; und wenn er kommt, muß er eine kleine Zeit bleiben.
 
  Wenn nun das Tier Satans Reich darstellt, dann ist die Deutung der Häupter nicht mehr so schwer. Zumal die Bibel an dieser Stelle selbst eine Deutung vornimmt:

  • 7 Häupter = 7 Berge, auf denen die Hure sitzt
  • 7 Häupter = 7 Könige

Bei den sieben Bergen liegt der Schluss nahe, dass es sich um Rom handelt, das bekanntlich auf sieben Hügeln erbaut wurde. Und welche treibende Kraft der Ökumene und des Zusammenschlusses aller Religionen sitzt in Rom? Es ist das Papsttum.

Bei den Königen ist es so, dass zur Zeit des Johannes bereits fünf gefallen und damit untergegangen waren. Das Reich, das zur Zeit des Johannes existierte war das heidnische Rom. Welches sind aber die fünf gefallenen Könige? Da in Offenbarung 11,8 Ägypten namentlich erwähnt wird, macht es Sinn, damit den Anfang zu machen:

Gefallen:
  1. König = Ägypten
  2. König = Assyrien
  3. König = Babylon
  4. König = Medo-Persien
  5. König = Griechenland

Ist da:
  6. König = Rom

Wird kommen:
  7. König = Papsttum oder die französische Revolution aus Offenbarung 11

Das Papsttum als politische Macht bis zu seiner tödlichen Wunde im Jahr 1798 n. Chr. durch Napoleon könnte auch Bestandteil des sechsten Königs sein. Denn in Daniel 8 symbolisiert das kleine Horn sowohl das heidnische, als auch das päpstliche Rom. Wenn dem so wäre, dann wäre das siebte Haupt das Tier aus dem Abgrund aus Offenbarung 11 zur Zeit der französischen Revolution. Denn es blieb in der Tat nur eine kleine Zeit. Die "kleine Zeit" würde aber auch auf das Papsttum passen, da es auch eine befristete Zeit bedeuten könnte. Zumindest wird das Wirken Satans nach Jesu Auferstehung bis zu seiner Vernichtung in Offenbarung 12,12 auch als "wenige Zeit" beschrieben. Auch Satans Zeit ist begrenzt, so wie die europäische Vormachtstellung des Papsttums gemäß Daniel 7,25 auf 1260 Jahre begrenzt war (vgl. Daniel 7).

Wichtig an dieser Stelle ist, dass die Häupter keine Mächte repräsentieren können, die Bestandteil Babylons sind. Denn Babylon kann nicht auf sich selbst sitzen.

 
Offenbarung 17,11-14 Und das Tier, das gewesen ist und jetzt nicht ist, das ist der achte und ist einer von den sieben und fährt in die Verdammnis. Und die zehn Hörner, die du gesehen hast, das sind zehn Könige, die ihr Reich noch nicht empfangen haben; aber wie Könige werden sie für eine Stunde Macht empfangen zusammen mit dem Tier. Diese sind eines Sinnes und geben ihre Kraft und Macht dem Tier. Die werden gegen das Lamm kämpfen, und das Lamm wird sie überwinden, denn es ist der Herr aller Herren und der König aller Könige, und die mit ihm sind, sind die Berufenen und Auserwählten und Gläubigen.
 
  Diese Verse bestätigen obige Auslegung des Tieres als Satans Königreich. Vergleichen wir mal zwei Bibeltexte:

Vers 8: Das Tier, das du gesehen hast, ist gewesen und ist jetzt nicht und wird wieder aufsteigen aus dem Abgrund und wird in die Verdammnis fahren.
Vers 11: Und das Tier, das gewesen ist und jetzt nicht ist, das ist der achte und ist einer von den sieben und fährt in die Verdammnis.

Die Bibel möchte uns an dieser Stelle Gewissheit geben, damit kein Zweifel bleibt, wer mit dem Tier gemeint ist. Denn der achte ist derselbe, der aus dem Abgrund aufsteigen wird. Und wer wird aus dem Abgrund aufsteigen? Offenbarung 20 gibt die Antwort:

Offenbarung 20,7.8 Und wenn die tausend Jahre vollendet sind, wird der Satan losgelassen werden aus seinem Gefängnis und wird ausziehen, zu verführen die Völker an den vier Enden der Erde, Gog und Magog, und sie zum Kampf zu versammeln; deren Zahl ist wie der Sand am Meer.

Nach dem 1000 jährigen Reich, nachdem Satan im Abgrund gefangen war, wird er losgelassen, um erneut die Völker zu verführen. Dieses Mal aber nicht versteckt hinter weltlichen Königreichen oder Mächten - als einer von den sieben Königen -, sondern als achter. Als Tier selbst. Als Satan. Satan selbst wird die Völker anführen. Und wieder erreicht er dies durch Verführung.

Bei den Hörnern weist der Engel explizit darauf hin, dass Johannes sie gesehen hat. Diesen Hinweis gab der Engel bei den Häuptern nicht. Die Hörner betreten deshalb ganz am Ende der Zeit die Weltbühne. Nach Daniel 8,21 ist ein Horn ein Symbol für einen König. Da Babylon, bestehend aus Spiritismus (Drache), Papsttum (Meertier) und amerikanischem Protestantismus (Erdentier), bereits auf dem Tier sitzt, die Hörner aber noch keine Macht zusammen mit dem Tier empfangen haben, müssen wir nach einer Bibelstelle suchen, die die Hörner im endzeitlichen Kontext erklärt. Die sieben Plagen geben uns den entscheidenden Hinweis:

Offenbarung 16,12-14 Und der sechste Engel goß aus seine Schale auf den großen Strom Euphrat; und sein Wasser trocknete aus, damit der Weg bereitet würde den Königen vom Aufgang der Sonne. Und ich sah aus dem Rachen des Drachen und aus dem Rachen des Tieres und aus dem Munde des falschen Propheten drei unreine Geister kommen, gleich Fröschen; es sind Geister von Teufeln, die tun Zeichen und gehen aus zu den Königen der ganzen Welt, sie zu versammeln zum Kampf am großen Tag Gottes, des Allmächtigen.

Am Ende, bevor Jesus wiederkommen wird, werden sich alle irdischen Mächte gegen Jesus und seine Nachfolger zusammenschließen. Die Religionen dieser Welt vereinen sich als Hure Babylon. Die zehn Hörner, alle Staaten dieser Welt, werden verführt werden und deshalb ihre Macht unter Satans Einfluss stellen und gegen Jesus in den Krieg ziehen. Satan wird die Staaten dieser Welt sicherlich nur dadurch verführen können, indem er sich als Jesus Christus ausgeben wird. Jesus warnte ja in Matthäus 24,26 davor, dass falsche Christusse kommen werden. Es wird Satan aber sicherlich nicht gestattet sein, die Wiederkunft Jesu in allen Details nachzuahmen. Wer die Bibel kennt und Jesus in seinem Herzen hat, der kann nicht verführt werden. Die auf Erden wohnen werden die Täuschung aber nicht erkennen.

Hinweis: Der griechische Ausdruck für "eine Stunde" mian horan kommt im Neuen Testament mehrfach vor (z. B. Matthäus 14,15; Matthäus 18,1; Lukas 2,38) und hat dabei verschiedene Bedeutungen. Unter Berücksichtigung der griechischen Grammatik wird es wohl "zur gleichen Zeit" bedeuten.

Die Hörner, d.h. die Staaten dieser Erde, werden sich mit den Religionen dieser Welt als globale religiös-politische Weltregierung vereinen. Dieses Bild des Tieres wird dann gegen Gott und Jesus kämpfen. Da sie nicht direkt gegen Gott kämpfen können, werden sie gegen die Nachfolger Jesu kämpfen. Gegen diejenigen, die Gottes Gebote halten und den Glauben Jesu haben (vgl. Offenbarung 14). Es wird bei dieser endzeitlichen Auseinandersetzung um das Malzeichen des Tieres gehen.

 
Offenbarung 17,15-17 Und er sprach zu mir: Die Wasser, die du gesehen hast, an denen die Hure sitzt, sind Völker und Scharen und Nationen und Sprachen. Und die zehn Hörner, die du gesehen hast, und das Tier, die werden die Hure hassen und werden sie ausplündern und entblößen und werden ihr Fleisch essen und werden sie mit Feuer verbrennen. Denn Gott hat's ihnen in ihr Herz gegeben, nach seinem Sinn zu handeln und eines Sinnes zu werden und ihr Reich dem Tier zu geben, bis vollendet werden die Worte Gottes.
 
  Zu Beginn des Kapitels scheint eine Harmonie zwischen dem Tier, den Hörnern und der Hure zu bestehen. Vers 13 berichtet sogar, dass die Hörner dem Tier ihre Macht geben und eines Sinnes sind. Beeinflusst von den Lehren Babylons machen sie gemeinsame Sache mit dieser Hure, um gegen das Volk Gottes und damit gegen Gott zu kämpfen. Doch durch die Wiederkunft Jesu scheint plötzlich ein Wandel einzutreten. Auf einmal scheinen sich die weltlichen Mächte gegen Babylon zu wenden, um ihr Fleisch zu essen, d. h. es einzunehmen und es zu vernichten. Sie werden Babylon ausplündern und entblößen und mit Feuer verbrennen. Es ist das Gericht Gottes, das über Babylon ergehen wird und in Offenbarung 18 näher beschrieben ist.

Hinweis: Schon oft hat Gott in der Geschichte bestimmte Völker benutzt, um andere zu richten. Wenn sich Israel durch ihren Götzendienst von Gott entfernte, so vollstreckten die Babylonier oder die Assyrer das Gericht Gottes an ihnen.

Getäuscht durch die Lehren Babylons, die nur Verwirrung unter den Menschen anrichten, hatten sich die Könige auf Erden dazu verleiten lassen, Satans Einflüsterungen zu gehorchen, um gegen die vorzugehen, die Jesus treu sind und seine Gebote halten (vgl. Der Ruhetag Gottes). Als Jesus einschreitet, um sein Volk zu retten, werden die Menschen erkennen, dass sie von den abgefallenen Kirchen getäuscht wurden. Zu spät erkennen sie, was es wirklich heißt, Gott treu zu sein. Sie werden erkennen, dass sie verloren sind und darum werden sie ihren ganzen Hass gegen die religiösen Führer richten, die sie mit ihren Lehren betrunken gemacht und somit ins Verderben geführt haben.

Hinweis: Diese religiös-politische Weltregierung am Ende der Zeit wird auch im Standbild von Daniel 2 durch das Bündnis zwischen Eisen und Ton dargestellt. Auch dort gilt, dass sie nicht aneinander festhalten werden. Der Stein wird kommen und das Standbild zermalmen.

 
Offenbarung 17,18 Und die Frau, die du gesehen hast, ist die große Stadt, die die Herrschaft hat über die Könige auf Erden.
 
  Zum Abschluss gibt der Engel noch die Deutung der Frau. Sie ist die große Stadt, das große Babylon, welches die Herrschaft über die Könige auf Erden hat. Es ist die große Stadt, die in der siebten Plage in drei Teile zerbrechen wird. Im Mittelalter herrschte die Kirche über den Staat und am Ende der Zeit werden die Religionen dieser Erde die Regierungen derart beeinflussen, dass ihre Ziele durchgesetzt werden. Doch Jesus Christus wird Sieger bleiben und ein Reich aufrichten, das nicht mehr zerstört wird.