Quelle: http://www.dasgeheimnis.de/web/gericht.htm

Das Gericht Gottes

Viele Menschen - auch Nichtchristen - glauben an das Jüngste Gericht. Dabei reichen die Gefühle bei diesem Thema von Freude bis Angst. Warum eigentlich? Sicherlich spielen unterschiedliche Vorstellungen über den Jüngsten Tag dabei eine entscheidende Rolle. In der Bibel finden wir viele Anlässe, bei denen Gott Gericht gehalten hat: nach dem Sündenfall, bei der Sintflut, bei Sodom und Gomorra oder bei Stephanus. In allen Fällen hatte Gott im Vorfeld die Sachlage genau betrachtet. Sollte dies beim Endgericht anders sein? Entdecken Sie eine wunderbare Botschaft in dem, was die Bibel über das Gericht Gottes zu sagen hat!

Offenbarung 15,4 Wer sollte dich, Herr, nicht fürchten und deinen Namen nicht preisen? Denn du allein bist heilig! Ja, alle Völker werden kommen und anbeten vor dir, denn deine gerechten Gerichte sind offenbar geworden.
 
  Das Ergebnis des Gerichts ist erstaunlich. Alle Menschen werden vor Gott anbeten. Egal, ob sie hier auf Erden an Gott geglaubt haben oder nicht. Unabhängig davon, ob sie errettet sind oder nicht. Es wird einen Zeitpunkt in der Geschichte geben, bei dem alle Menschen anerkennen werden, dass Gott gerecht ist und dass sein Handeln und sein Charakter von Liebe und Gerechtigkeit geprägt sind.

 
Daniel 7,9.10 Ich sah, wie Throne aufgestellt wurden, und einer, der uralt war, setzte sich. Sein Kleid war weiß wie Schnee und das Haar auf seinem Haupt rein wie Wolle; Feuerflammen waren sein Thron und dessen Räder loderndes Feuer. Und von ihm ging aus ein langer feuriger Strahl. Tausendmal Tausende dienten ihm, und zehntausendmal Zehntausende standen vor ihm. Das Gericht wurde gehalten, und die Bücher wurden aufgetan.
 
  Dieser Text beschreibt die Gerichtsszene, die im Himmel stattfindet. Millionen von Geschöpfen werden dabei anwesend sein. Bücher werden geöffnet. Welche Bücher könnten das sein?

Offenbarung 20,12.15 Und ich sah die Toten, groß und klein, stehen vor dem Thron, und Bücher wurden aufgetan. Und ein andres Buch wurde aufgetan, welches ist das Buch des Lebens. Und die Toten wurden gerichtet nach dem, was in den Büchern geschrieben steht, nach ihren Werken. ... Und wenn jemand nicht gefunden wurde geschrieben in dem Buch des Lebens, der wurde geworfen in den feurigen Pfuhl.

Maleachi 3,16 Aber die Gottesfürchtigen trösten sich untereinander: Der HERR merkt und hört es, und es wird vor ihm ein Gedenkbuch geschrieben für die, welche den HERRN fürchten und an seinen Namen gedenken.

Die Bibel erwähnt also folgende Bücher:

  • Das Buch des Lebens
  • Die Bücher mit den Taten aller Menschen
  • Das Gedenkbuch

Hinweis: Nach Prediger 12,14 wird in den Büchern alles notiert, was wir im Leben getan haben. Seien es gute Taten oder böse. Alles wird im Gericht eine Rolle spielen.

An dieser Stelle können wir schon sagen, dass das wichtigste Buch das "Buch des Lebens" ist. Nur wer in diesem Buch steht, wird erlöst werden! Im weiteren Verlauf werden wir noch darauf zu sprechen kommen, was Sie tun müssen, damit Ihr Name in diesem Buch vermerkt ist.

Vielleicht haben Sie sich schon einmal gefragt, warum es überhaupt ein Gericht gibt. Gott weiß doch sowieso alle Dinge. Er weiß doch, wer seine Sünden im Leben bekannt und bereut hat und wer nicht, oder? Nun, ganz sicher weiß Gott es. Er kennt ja sogar das Ende schon vom Anfang her. Für sich selber müsste Gott auch kein Gericht halten. Er könnte jeder Zeit sofort ein gerechtes Urteil fällen. Aber für die Engel, die anderen himmlischen Bewohner und die Menschen ist es enorm wichtig, Gottes Handeln zu verstehen. Deshalb wird jedem Wesen im Universum offene Einsicht in alle Akten gewährt. Am Ende werden alle bekennen: Gott ist gerecht!

 
2. Korinther 5,10 Denn wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi, damit jeder seinen Lohn empfange für das, was er getan hat bei Lebzeiten, es sei gut oder böse.
 
  Das Leben aller Menschen, die jemals auf diesem Planeten gelebt haben oder noch leben werden, wird im Gericht behandelt. Keiner kann sich diesem Ereignis entziehen. Jeder muss sein Leben vor Gott verantworten. Jeder Mensch wird einen Lohn für sein Leben erhalten. Darum ist es auch so wichtig, dass wir während unseres Lebens die richtigen Entscheidungen treffen. Denn Gott hat einen festen Maßstab im Gericht:

Jakobus 2,10-12 Denn wenn jemand das ganze Gesetz hält und sündigt gegen ein einziges Gebot, der ist am ganzen Gesetz schuldig. Denn der gesagt hat (2. Mose 20,13-14): »Du sollst nicht ehebrechen«, der hat auch gesagt: »Du sollst nicht töten.« Wenn du nun nicht die Ehe brichst, tötest aber, bist du ein Übertreter des Gesetzes. Redet so und handelt so wie Leute, die durchs Gesetz der Freiheit gerichtet werden sollen.

Der Maßstab, an dem unser Leben gemessen wird, ist das Gesetz Gottes - die 10 Gebote. Interessanterweise werden die Gebote als Gesetz der Freiheit bezeichnet. Nicht in dem Sinne, dass es uns als Christen frei steht, die Gebote zu halten oder auch nicht. Viele Christen glauben leider, dass Jesus am Kreuz das Gesetz abgeschafft hat. Und darum dürften sie selbst entscheiden, welche Gebote für einen Christen Sinn machen und welche nicht. Sie vergessen aber, dass alle 10 Gebote - auch das Gebot über den biblischen Ruhetag - Maßstab im Gericht Gottes sind.

Im Folgenden wollen wir eine zeitliche Einordnung des Gerichts vornehmen:

Empfehlung
Noah
 
Offenbarung 22,12 Siehe, ich komme bald und mein Lohn mit mir, einem jeden zu geben, wie seine Werke sind.
 
  Wenn Jesus wiederkommen wird, wird er jedem Menschen den gerechten Lohn geben. Wann muss also entschieden sein, wer gerettet wird und wer nicht?

Ganz sicher muss dies schon vor der Wiederkunft Jesu feststehen. Wenn nicht, könnte Jesus nicht jedem Menschen seinen Lohn für das geben, was er während seines Lebens getan hat. Das Gericht muss folglich auch schon vor der Wiederkunft stattfinden. Denn nach Offenbarung 20,12 und 2. Korinther 5,10 dient ja das Gericht gerade dazu, den Lohn festzulegen. Aus diesem Grund lautet eine der drei letzten Botschaften Gottes an die Menschheit folgendermaßen:

Offenbarung 14,6.7 Und ich sah einen andern Engel fliegen mitten durch den Himmel, der hatte ein ewiges Evangelium zu verkündigen denen, die auf Erden wohnen, allen Nationen und Stämmen und Sprachen und Völkern. Und er sprach mit großer Stimme: Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre; denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen! Und betet an den, der gemacht hat Himmel und Erde und Meer und die Wasserquellen!

Die drei Engels-Botschaften (vgl. Offenbarung 14,6-11) werden direkt vor der Wiederkunft Jesu verkündigt. Die erste Botschaft teilt uns mit, dass das Gericht gekommen ist. Es wird also nicht erst irgendwann in der Zukunft beginnen. Oder gar erst nach der Wiederkunft. Nein, das Gericht ist gekommen, d. h. es findet im Vorfeld statt! Denn wenn Jesus wiederkommt, wird er den Lohn für die Gerechten, das ewige Leben, bringen. Die Gerechten müssen also schon vorher im Gericht freigesprochen worden sein.

 
Daniel 7, 25-27 Er [das kleine Horn] wird den Höchsten lästern und die Heiligen des Höchsten vernichten und wird sich unterstehen, Festzeiten und Gesetz zu ändern. Sie werden in seine Hand gegeben werden eine Zeit und zwei Zeiten und eine halbe Zeit. Danach wird das Gericht gehalten werden; dann wird ihm seine Macht genommen und ganz und gar vernichtet werden. Aber das Reich und die Macht und die Gewalt über die Königreiche unter dem ganzen Himmel wird dem Volk der Heiligen des Höchsten gegeben werden, dessen Reich ewig ist, und alle Mächte werden ihm dienen und gehorchen.
 
  Diese Verse aus dem Buch Daniel zeigen einen chronologischen Ablauf:

  • Verfolgung durch das kleine Horn über einen gewissen Zeitraum (3.5 Zeiten)
  • Das Gericht Gottes beginnt danach
  • Nach dem Gericht wird dem kleinen Horn die Macht genommen und das Reich Gottes dem Sohn übergeben

Wenn man alle Merkmale des kleinen Horn studiert, dann stellt man fest, dass es sich dabei um eine religiös-politische Macht handelt, die von 538 - 1798 n. Chr. Andersgläubige verfolgte. Da nach der Bibel das Gericht erst nach der Verfolgungszeit beginnt, kann es erst nach 1798 n. Chr. beginnen und muss vor der Wiederkunft Jesu, der Übergabe des Reiches, enden.

Hinweis: Eine vollständige Erklärung des kleinen Horns, seiner Machenschaften und seiner Eigenschaften finden Sie unter Daniel 7.

Um das Gericht in seiner vollen Bedeutung verstehen zu können, müssen wir uns vorher noch über etwas anderes Gedanken machen:

 
Daniel 8,14 Und er antwortete mir: Bis zweitausenddreihundert Abende und Morgen vergangen sind; dann wird das Heiligtum wieder geweiht werden.
 
  In Daniel 8 haben wir die längste Prophezeiung in der Bibel. Sie erstreckt sich nach dem Jahr-Tag-Prinzip über einen Zeitraum von 2300 Jahren. Am Ende dieser Zeitspanne sollte das Heiligtum geweiht werden. Wörtlich heißt es hier, dass das Heiligtum gereinigt oder gerechtfertigt wird. Ebenfalls in Daniel 8 finden wir einen Hinweis, wie wir die 2300 Jahre-Prophezeiung zeitlich einzuordnen haben:

Daniel 8,17 Und Gabriel trat nahe zu mir. Ich erschrak aber, als er kam, und fiel auf mein Angesicht. Er aber sprach zu mir: Merk auf, du Menschenkind! Denn dies Gesicht geht auf die Zeit des Endes.

Das Gesicht, die Vision, soll auf die Zeit des Endes gehen! Die Reinigung des Heiligtums findet also am Ende der Zeit statt, da erst nach Ablauf der 2300 Jahre das Heiligtum gereinigt werden soll. Damit kann es sich bei dem hier genannten Heiligtum nicht um den israelitischen Tempel handeln, da er bereist 70 n. Chr. durch die Römer völlig zerstört wurde. Es dreht sich deshalb bei dieser Stelle nicht um das Bild, das Mose nach 2. Mose 25,9 in der Wüste gezeigt wurde und von dem er die Stiftshütte bauen sollte. Es dreht sich nicht um das Bild, sondern um das Original - um das himmlische Heiligtum.

Die Bibel berichtet u. a. in Hebräer 8,1.2 und Hebräer 9,24, dass Jesus seit seiner Auferstehung als Hohepriester im himmlischen Heiligtum für die Versöhnung des Volkes Gottes dient. Um den Menschen nun den Erlösungsplan anschaulich zu machen, gebot Gott den Israeliten, einen Tempel nach himmlischem Vorbild zu bauen:

2. Mose 25,8.9 Und sie sollen mir ein Heiligtum machen, daß ich unter ihnen wohne. Genau nach dem Bild, das ich dir von der Wohnung und ihrem ganzen Gerät zeige, sollt ihr's machen.

Das irdische Heiligtum
Bild: Die Stiftshütte - das Abbild des himmlischen Heiligtums

Bei diesem Heiligtum, der Stiftshütte, fand die Versöhnung zwischen Gott und den Menschen statt. Dabei bestand die Stiftshütte aus drei Bereichen: dem Vorhof, dem Heiligen und dem Allerheiligsten. Im Vorhof stand der Opferaltar und das Waschbecken. Im Heiligen befanden sich der sieben armige Leuchter, der Schaubrottisch und der Räucheraltar. Im Allerheiligsten stand die Bundeslade mit den Cherubinen.

Der alttestamentliche Priester verrichtet den täglichen Dienst im Vorhof und im Heiligen. Wenn ein Sünder von seinen Sünden gereinigt werden wollte, so musste er ein fehlerloses Tier opfern (vgl. 3. Mose 1,10). Der Priester brachte dann das Blut des Tieres ins Heilige. Auf diesem Wege erfuhr der Sünder Vergebung der Sünde. Einmal im Jahr aber fand nach 3. Mose 23,27 der große Versöhnungstag statt. An diesem Tag ging der Hohepriester ins Allerheiligste und reinigte nach 3. Mose 16,16 das Heiligtum von den Sünden der Israeliten. Dabei war der große Versöhnungstag ein Tag des Gerichts. Wer seine Sünden bekannt hatte, wurde gerechtfertigt. Wer aber seine Sünde leugnete, wurde aus dem Volk ausgerottet (vgl. 3. Mose 23,27-29)

Das Heiligtum und der Heiligtumsdienst sollte dem Volk Gottes verdeutlichen, wie Gott das Problem "Sünde" löst und wie er die Sünder mit sich versöhnt. Dabei versinnbildlichte der große Versöhnungstag, die Reinigung oder Entsühnung des Heiligtums, das Gericht Gottes. Daniel 8,14 markiert nun den genauen Zeitpunkt, an dem der himmlische Versöhnungstag beginnen sollte. Das Ende der 2300 Abende und Morgen, an dem das Heiligtum wieder gereinigt werden sollte, markiert den Beginn des Gerichts!

Wann enden die 2300 Abende und Morgen?

 
Daniel 8,27 Und ich, Daniel, war erschöpft und lag einige Tage krank. Danach stand ich auf und verrichtete meinen Dienst beim König. Und ich wunderte mich über das Gesicht, und niemand konnte es mir auslegen.
 
  Am Ende von Daniel 8 bringt die Bibel zum Ausdruck, dass Daniel die Vision über die 2300 Jahre nicht verstanden hatte. Keiner war da, der es ihm erklären konnte. Die Situation sollte sich aber ändern:

Daniel 9,20-22 Als ich noch so redete und betete und meine und meines Volkes Israel Sünde bekannte und mit meinem Gebet für den heiligen Berg meines Gottes vor dem HERRN, meinem Gott, lag, eben als ich noch so redete in meinem Gebet, da flog der Mann Gabriel, den ich zuvor im Gesicht gesehen hatte, um die Zeit des Abendopfers dicht an mich heran. Und er unterwies mich und redete mit mir und sprach: Daniel, jetzt bin ich ausgegangen, um dir zum rechten Verständnis zu verhelfen.

Nun kam also derselbe Engel Gabriel, der ihm zuvor schon die Vision über die 2300 Abende und Morgen mitgeteilt hatte, um ihm das Gesicht zu erklären. Dabei gibt der Engel den Startzeitpunkt der 2300 Jahre-Prophezeiung bekannt:

Daniel 9,24.25 Siebzig Wochen sind verhängt über dein Volk und über deine heilige Stadt; dann wird dem Frevel ein Ende gemacht und die Sünde abgetan und die Schuld gesühnt, und es wird ewige Gerechtigkeit gebracht und Gesicht und Weissagung erfüllt und das Allerheiligste gesalbt werden. So wisse nun und gib acht: Von der Zeit an, als das Wort erging, Jerusalem werde wiederaufgebaut werden, bis ein Gesalbter, ein Fürst, kommt, sind es sieben Wochen; und zweiundsechzig Wochen lang wird es wieder aufgebaut sein mit Plätzen und Gräben, wiewohl in kummervoller Zeit.

70 Wochen sollen für das Volk Israel verhängt sein. Das Wort "verhängt" heißt auf hebräisch chattak und bedeutet eigentlich "abgeschnitten". Wovon sollten die 70 Wochen abgeschnitten sein? Natürlich von den 2300 Abenden und Morgen! Diese 70 Wochen sollten beginnen, sobald ein Erlass ergehen würde, Jerusalem wieder aufzubauen. Aus den Geschichtsbüchern wissen wir, dass dieser Erlass von Artahsasta (Artaxerxes I.) im Jahre 457 v. Chr. gegeben wurde.

Hinweis: Eine detaillierte Erklärung der 70 Wochen und des Erlasses finden Sie unter Daniel 9.

Damit können wir nun das Ende der 2300 Jahre und damit das Jahr des Beginns des Gerichts Gottes bestimmen. Es ist das Jahr 1844 n. Chr. In diesem Jahr begann die Reinigung, die Versöhnung des himmlischen Heiligtums. Es ist das Jahr, das den Beginn der Drei-Engelsbotschaften markiert:

Offenbarung 14,7 Und er sprach mit großer Stimme: Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre; denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen ...

Der erste Teil der Erklärung des Engels verweist auf Jesus als unseren Erlöser. Der letzte Teil auf Jesus als unseren Fürsprecher im Gericht.

Die Zeitlinie bis zum Beginn des Untersuchungsgerichts 1844 n. Chr.

Wäre noch eine wichtige Frage zu klären: Über wen wird Gericht gehalten?

 
1. Petrus 4,17 Denn die Zeit ist da, daß das Gericht anfängt an dem Hause Gottes.
 
  Das Gericht beginnt also am Hause Gottes. Das Haus Gottes ist aber nach 1. Timotheus 3,15 ein Symbol für die Gemeinde Gottes. Dies bedeutet, dass vor der Wiederkunft Jesu die Gläubigen gerichtet werden. Dies entspricht genau der Aufgabe des großen Versöhnungstages im Alten Testament. Dieser Tag war ein Gerichtstag nicht für die Heiden, sondern für das Volk Gottes. Wer alle Sünden bekannt hatte, wurde gerechtfertigt. Alle anderen wurden ausgerottet. Seit 1844 n. Chr. wird im Himmel das Leben eines jeden Gläubigen untersucht. Es wird untersucht, ob die Gläubigen auch wirklich alle ihre Sünden bekannt und bereut haben. Denn genau dies ist nach Sprüche 28,13 die Voraussetzung dafür, dass man gerechtfertig wird. Es muss nicht untersucht werden, ob ein Mensch gesündigt hat. Denn nach Römer 3,11.12 sind alle Menschen Sünder. Es muss untersucht werden, ob das bekennende Volk Gottes auch wirklich ihre Sünden bereut haben. Gott weiß dies natürlich. Aber die Engel wissen es nicht. Damit die nicht in Sünde gefallenen Wesen keinen Zweifel an der Gerechtigkeit Gottes haben, muss der Fall eines jeden Menschen vorher untersucht werden. Denn bei der Wiederkunft Jesu steht bereits fest, wer erlöst wird und wer nicht.

Wer alle seinen Sünden Jesus bekannt hat, dessen Name wird nicht aus dem Buch des Lebens gestrichen und er selbst kommt nicht ins Gericht, weil er von Jesus vertreten wird:

Offenbarung 3,5 Wer überwindet, der soll mit weißen Kleidern angetan werden, und ich werde seinen Namen nicht austilgen aus dem Buch des Lebens, und ich will seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln.

Johannes 5,24 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen.


Entscheidend allein dafür, ob unsere Namen im Buch des Lebens geschrieben bleiben oder nicht, ist unsere Antwort auf das Angebot Jesu. Wer sich auf das Opfer Jesu auf Golgatha verlässt und im Gehorsam gegenüber den Geboten Gottes lebt, für den wird Jesus in diesem Untersuchungsgericht einstehen. Denn das Gericht dient nicht zur Verurteilung, sondern zur Rechtfertigung:

Daniel 7,22 Und ich sah das Horn kämpfen gegen die Heiligen, und es behielt den Sieg über sie, bis der kam, der uralt war, und Recht schaffte den Heiligen des Höchsten und bis die Zeit kam, daß die Heiligen das Reich empfingen.

Zum Schluss betrachten wir noch das Gericht über die Ungläubigen:

 
Offenbarung 20,4 Und ich sah Throne, und sie setzten sich darauf, und ihnen wurde das Gericht übergeben. Und ich sah die Seelen derer, die enthauptet waren um des Zeugnisses von Jesus und um des Wortes Gottes willen, und die nicht angebetet hatten das Tier und sein Bild und die sein Zeichen nicht angenommen hatten an ihre Stirn und auf ihre Hand; diese wurden lebendig und regierten mit Christus tausend Jahre.
 
  Das Untersuchungsgericht, das 1844 n. Chr. im Himmel begonnen hat, dient zur Rechtfertigung der Gläubigen. Bei diesem Gericht nimmt aber kein Gläubiger teil. Nur die nicht in Sünde gefallenen Welten und Engel nehmen an diesem Gericht teil. Ihnen zeigt Gott anhand der Bücher, dass seine Urteile gerecht sind und dass es absolut keinen Grund gibt, irgend eine Entscheidung anzufechten.

Nach der Wiederkunft Jesu beginnt das 1000 jährige Reich. Während dieses Zeitraums tagt das Gericht im Himmel erneut. Dieses Mal nehmen aber die Erlösten an dem Gericht teil. Ganz sicher wird es darum gehen, offene Fragen zu beantworten. Manch ein Erlöster wird sich sicherlich die Frage stellen, warum z. B. ein Freund oder Verwandter nicht erlöst wurde, während eine andere Person, von der er nie gedacht hätte, dass sie erlöst werden würde, eben im Himmel sein wird. Auch hier wird Gott alles offenlegen, so dass an seiner Gerechtigkeit kein Zweifel bestehen wird.

1. Korinther 6,2.3 Wißt ihr nicht, daß die Heiligen die Welt richten werden? ... Wißt ihr nicht, daß wir über Engel richten werden?

Da hier davon die Rede ist, dass die Gläubigen die Welt richten werden, können wir davon ausgehen, dass sich das auch während der 1000 Jahre ereignen wird. Die Gläubigen im Himmel werden also jeden einzelnen Fall aller Nicht-Erlösten untersuchen. Das Ergebnis dieser Untersuchung wird sein: Gott ist gerecht!

 
Offenbarung 20,5.11-15 Die andern Toten aber wurden nicht wieder lebendig, bis die tausend Jahre vollendet wurden. ... Und ich sah einen großen, weißen Thron und den, der darauf saß; vor seinem Angesicht flohen die Erde und der Himmel, und es wurde keine Stätte für sie gefunden. Und ich sah die Toten, groß und klein, stehen vor dem Thron, und Bücher wurden aufgetan. Und ein andres Buch wurde aufgetan, welches ist das Buch des Lebens. Und die Toten wurden gerichtet nach dem, was in den Büchern geschrieben steht, nach ihren Werken. Und das Meer gab die Toten heraus, die darin waren, und der Tod und sein Reich gaben die Toten heraus, die darin waren; und sie wurden gerichtet, ein jeder nach seinen Werken. Und der Tod und sein Reich wurden geworfen in den feurigen Pfuhl. Das ist der zweite Tod: der feurige Pfuhl. Und wenn jemand nicht gefunden wurde geschrieben in dem Buch des Lebens, der wurde geworfen in den feurigen Pfuhl.
 
  Nach den 1000 Jahren findet das letzte Gericht statt. Die Bibel lehrt, dass die Toten ruhen. Während der 1000 Jahre wird es auf dieser Erde keine lebende Menschenseele mehr geben. Alle Ungläubigen sind durch die Wiederkunft Jesu umgekommen. Aber am Ende der 1000 Jahre werden alle Ungläubigen auferstehen. Das Meer wird sogar ihre Toten herausgeben. Es wird erneut Gericht gehalten. Dieses Mal sind aber weder die nicht gefallenen Welten anwesend, noch die Erlösten. Jeder Mensch wird vor dem Thron Gottes stehen und er wird nach seinen Werken gerichtet. Dazu werden wieder die Bücher geöffnet. Auch dieses Mal erhalten die Beteiligten vollen Einblick in die Akten. Die Ungläubigen werden erkennen, dass sie zu Recht verurteilt werden, weil sie das Geschenk der Erlösung durch Jesus Christus abgelehnt oder nur teilweise angenommen haben. Im Leben aller wird es Sünden geben, die nicht bekannt und bereut wurden. Aus diesem Grund können sie sich nicht auf das Blut Jesu berufen, sondern sie werden die Strafe selber tragen müssen. Das was Gott am Anfang der Bibel angekündigt hatte, wird nun eintreten:

1. Mose 2,16.17 Und Gott der HERR gebot dem Menschen und sprach: Du darfst essen von allen Bäumen im Garten, aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen sollst du nicht essen; denn an dem Tage, da du von ihm issest, mußt du des Todes sterben.

Römer 6,23 Denn der Sünde Sold ist der Tod; die Gabe Gottes aber ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserm Herrn.


Auch das Ergebnis dieses Gerichts wird sein, dass alle bekennen werden: Gott ist gerecht! Bevor die Ungläubigen ihr Urteil empfangen und im feurigen Pfuhl ausgelöscht werden, werden sie vor Gott niederknien und bekennen, dass er gerecht ist:

Psalm 22,29.30 Denn des HERRN ist das Reich, und er herrscht unter den Heiden. Ihn allein werden anbeten alle, die in der Erde schlafen; vor ihm werden die Knie beugen alle, die zum Staube hinabfuhren und ihr Leben nicht konnten erhalten.

So wird es am Ende niemanden mehr geben, der an Gott, an seiner Gerechtigkeit und an seiner Liebe zu seinen Geschöpfen zweifeln wird. Denn die Opferung des Sohnes Gottes an unsere Stelle ist der größte Beweis für seine Liebe. Ja, Gott ist Liebe!


Zum Schluss noch die Zeitlinie im Überblick:

Die komplette Zeitlinie der Gerichte